Dethleffs Camper 530 FSK

Unser erstes eigenes Camping Fahrzeug war ein Wohnwagen, genauer gesagt ein Dethleffs Camper 530 FSK. Ein sogenannter Familiengrundriss mit Stockbetten im Heck, Dinette und Küche in der Mitte, französischem Bett, offenem Waschbecken und WC/Dusche im Bug.

Entscheidungsfindung

Anfangs waren wir mit einem Zelt unterwegs. Insbesondere an der Nordsee in der Gegend von Renesse. Ehrlicherweise waren wir aber ausgesprochene Schönwetter Camper und so kam der Wunsch zu etwas mehr Komfort auf. Und somit die Idee es mal mit einem Wohnwagen zu probieren. Zum ausprobieren haben wir für ein verlängertes Wochenende einen Wohnwagen der Marke Sterckeman gemietet. Mit einer Länge von 5,9m und einer Breite von 2,30m ein eher kompakter und kleiner Wagen. Er bot eine Küche und Bad im Heck, eine Dinette und ein Querbett im Bug. Selbst für uns blutige Anfänger war der Wohnwagen gut zu handhaben und es hat uns super gefallen. Der Entschluss stand fest: ein eigener Wohnwagen sollte her.

Das ist leichter gesagt als getan und es begann eine lange Suche. Der Markt ist, gerade für Einsteiger, fast nicht zu überblicken. Etliche Hersteller mit jeweils verschiedenen Serien und sehr vielen Grundrissvarianten erschlagen einen förmlich. Da hilft nur Anschauen, anschauen, anschauen, im Internet recherchieren und Prioritäten setzen. Denn irgendeinen Kompromiss wird man immer eingehen. Schlussendlich haben wir uns für einen Dethleffs Camper 530 FSK entschieden. Mit einer Länge von 7,88m, einer Breite von 2,30m und einem zulässigen Gesamtgewicht von 1,8t kein ganz so kleiner Wohnwagen mehr (auch wenn nach oben natürlich noch Luft ist ;-)).

Trennung nach 1 Jahr

Den Wohnwagen haben wir ca. 1 Jahr genutzt. In dieser Zeit waren wir viel damit unterwegs und das Camping an sich hat uns super gefallen. Wir mussten aber feststellen, dass ein Wohnwagen doch nicht die richtige Wahl für uns war.

Da wäre zum einen das Thema Handling. Zugegebenermaßen ist das zu einem Großteil abhängig von der Größe und dem Gewicht des Wohnwagens. Konkret: 7,88m Länge und ein Gewicht von mindestens 1500kg (je nach Gepäck auch mehr) sind kein Pappenstiel. Zu zweit bewegt man so einen Wohnwagen auf ebenem und festem Untergrund noch halbwegs einfach, aber sobald es etwas nach oben oder nach unten geht oder es sich um eine feuchte Wiese handelt ist der Spaß schnell vorbei. Das haben wir so richtig gemerkt, als wir mal im Februar 2016 für ein Wochenende an die See gefahren sind. Aufgeweichte Wiese, zu schmal zum Rangieren mit dem Auto und keine Mitcamper weit und breit. Da ist der kleine Ehekrach und der kaputte Rücken quasi vorprogrammiert. Abhilfe würde hier ein Mover schaffen, entsprechende Investitionsbereitschaft vorausgesetzt. Ist man nur in den Ferien unterwegs, dann ist das sicherlich nicht so gravierend. Da finden sich in der Regel auch ungefragt ausreichend schiebende Helfer.

Hinzu kommt, dass wir auch gerne mal spontan am Wochenende auf Tour gehen. Da der Wohnwagen nicht direkt am Haus stand, musste er zunächst vom Stellplatz geholt und auf einen, hoffentlich dann freien, Parkplatz in der Nähe des Hauses manövriert werden. Das hat bei uns die Hemmschwelle für spontane Touren erhöht.

Ein weiterer Aspekt ist das Thema Beladung. Auch wenn der Wohnwagen ausreichend Zuladung bietet, heißt das nicht, dass man ohne Plan alles beliebig einladen kann. Gerade bei einem Modell wie dem unseren, recht lang und nur eine Achse, ist es z.B. nicht so einfach die erlaubte Stützlast einzuhalten. Insbesondere wenn ein großer Stauraum unter dem Bett vor der Achse liegt. Zuviel Gegengewicht im Heck ist auch nicht gut, dann schaukelt sich der Wohnwagen nur schneller auf.

Weiterhin hat uns genervt, dass man zum Auffangen des Abwassers immer den fahrbaren Abwassertank unter den entsprechenden Auslass stellen muss. Gerade bei Pausen während der Fahrt, wo wir gerne mal gekocht haben, ist das umständlich. Auf dem Campingplatz war bei uns auch tägliches Leeren angesagt.

Hinzu kamen noch Dinge am Grundriss, die uns erst bei der aktiven Nutzung aufgefallen sind. So ist z.B. der Durchgang zwischen Bett und Waschbecken sehr schmal und der offene Waschbereich hat uns auch nicht gefallen.  Der Durchgang zwischen Küche und Dinette ist zu schmal, weil die Polster in den Gang hinein ragen.

In Summe kamen so einige Punkte zusammen, die sich für uns nicht so ergeben haben, wie wir es uns vorgestellt haben. Daher haben wir den Wohnwagen nach einem Jahr wieder verkauft und sind, nach einiger Zeit, auf ein Wohnmobil umgestiegen.

Bilder

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