Reiseberichte

Abschied von Sardinien

In dieser Woche [07.05 – 13.05] nehmen wir Abschied von Sardinien und kehren nach Deutschland zurück. Warum und wieso erzählen wir im Folgenden.

Die letzten Tage auf Sardinien

Die Nacht von Sonntag auf Montag verbringen wir im Hafen von Castelsardo. Auch den Montag Vormittag vertrödeln wir noch dort. Als wir mehr oder weniger bereit zur Abfahrt sind, setzt sich der bereits am Vortag bestaunte Schiffskran (oder ist es mehr ein Transporter?) in Bewegung. Wir vermuten, dass eines der trocken gelegten Schiffe wieder zurück ins Wasser soll und das können wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Und tatsächlich wird ein Segelschiff aufgenommen und wieder ins Wasser gesetzt. Sehr spannend! Anschließend fahren wir weiter an den Strand bei Badesi, der Spiaggia Li Junchi di Badesi. Diese Wahl erweist sich als äußerst gut. Wie an vielen anderen Stränden ist hier noch absolut nichts los und wir parken ganz am Ende der Straße im Wendekreis. In der Nebensaison kann man das noch machen, immerhin belegen wir locker 5 der eingezeichneten PKW Parkplätze. In der Hochsaison geht das natürlich nicht. Aber so ist es ein perfekter Platz, weil man nach 4 Metern auf dem sehr, sehr langen Strand steht. Und wie es der Zufall so will mündet genau hier noch ein Fluss in das Meer. Dieser hat sich sein Bett in den Sand gegraben. Es ist damit auch klar, wo die Kids den Rest des Tages verbringen ;-). Irgendwann reift der Plan im Fluss, der nicht wirklich tief ist, einen Staudamm zu bauen. Da ist natürlich auch Christian mit Eifer dabei :D. Nach dem Abendessen gehen wir alle noch zusammen eine Runde am Strand spazieren. Sein Haus dabei zu haben und direkt vom Strand ins Bett fallen zu können ist echt einer der großen Vorteile vom Reisen mit dem Wohnmobil.

Hier könnten wir glatt noch länger bleiben, aber leider sind insbesondere die WC-Kassetten der limitierende Faktor. Wenn voll, dann voll. Dann muss ein Stellplatz oder eine Ver- und Entsorgungsstation her. Heute wollen wir zu einem Stellplatz in Vignola Mare. Der ist in allen Stellplatz Apps sehr gut bewertet und soll auch schnelles WIFI haben. Klingt perfekt. Da es auch keine wirkliche Alternative in der Nähe gibt nehmen wir die Stunde Fahrt auf uns. Vor Ort ist die Enttäuschung groß, weil der Stellplatz eine einzige Baustelle ist. Hier wird offenbar vor der Hauptsaison nochmal kräftig renoviert. Auf Weiterfahren hat aber auch keiner von uns Lust und so gucken wir uns die Campingplätze vor Ort an. Der erste Platz, Camping Village Saragosa, ist eine richtige Niete. Der Platz für Wohnmobile ist mehr so eine Schlammkuhle und auch der Rest macht einen sehr heruntergekommenen Eindruck. Dafür wollen wir kein Geld ausgeben. Bleibt also nur noch Camping Village Baia Blu la Tortuga. Der Platz ist riesengroß, hat sehr viele Mobile Homes, aber auch sehr saubere Sanitäranlagen. Preislich finden wir ihn zwar zu teuer, aber wenn man keine Wahl hat, nimmt man das was man bekommt. Wir entscheiden uns für einen Platz direkt am Ausgang zum Strand und buchen zwei Nächte. Wir verbringen die Zeit am Strand, auf dem Spielplatz und versuchen unsere Gedanken zu sortieren.

Erneute Anpassung der Reiseplanung

Wir bereits in der Einleitung erwähnt, werden wir in dieser Woche nach Deutschland reisen. Dieser Entschluss ist in den letzten Tagen gereift. Um es vorweg zu nehmen: das bedeutet nicht, dass wir die komplette Reise beenden. Eigentlich war ein Aufenthalt in Deutschland für Ende Juni geplant, weil da noch ein paar Arzttermine anstehen. Wie in den letzten Berichten immer wieder erwähnt, ist Silas aber so gar nicht begeistert vom Fahren. Maximal eine halbe Stunde ist in der Regel möglich, und damit kommt man, zumindest hier auf Sardinien, oft nicht so weit. Oder das ausgewählte Ziel ist geschlossen und man muss dann doch länger fahren als eigentlich geplant. Und wir haben auch einfach das Gefühl, dass Silas das Fahren deutlich anstrengt. Somit ist das für ihn eher eine Qual und das wollen wir einfach nicht länger machen. Mehrere Wochen am Stück auf einem Campingplatz sind für uns aber auch keine Option. Wir werden also die für Ende Juni geplanten Termine vorziehen und in den nächsten Wochen wahrnehmen. Im Anschluss werden wir dann voraussichtlich per Flugzeug weiterreisen. Das hatten wir ja ab dem Herbst sowieso geplant. Die Generalprobe steht Freitag an, dann wird Maureen mit Silas und Navina von Olbia nach Köln/Bonn fliegen. Christian und Linus werden mit der Fähre, diesmal über Tag, zurück nach Livorno fahren und dann auch zurück nach Deutschland fahren.

Abschied und Rückreise nach Deutschland

Praktischerweise sind sowohl der Flughafen als auch der Fährhafen in Olbia. Am Donnerstag machen wir uns also auf den Weg nach Olbia. Via Google Maps und den Satellitenbildern haben wir uns einen möglichen Übernachtungsplatz in einem Wohngebiet gesucht. Der ist zum einen sehr nah am Flughafen und zum anderen gibt es fußläufig ein paar sehr gut bewertete Pizzerien. Schließlich wollen wir zum Abschluss nochmal eine Pizza essen. Die Satellitenbilder haben nicht gelogen und der gewählte Parkplatz ist fast wie ein großer Innenhof der Wohnhäuser. Hier können wir unseren dicken Anton in einer Ecke parken und stören niemanden. Zu Fuß machen wir uns auf den Weg. Die erste Pizzeria hat zu. Wie schon so oft finden sich auch nirgendwo Öffnungszeiten. Also laufen wir weiter zur nächsten und diese hat zum Glück auf. Im Ofen sieht man schon das Holzfeuer brennen bzw. glühen. So müsste die Pizza in jeder Pizzeria gebacken werden! Wir ordern unsere Standardbestellung (3x Margherita, 1x Vegetariana) und dank den flinken Händen des Pizzabäckers und dem wirklich heißen Holzofen ist die Pizza im nu fertig. Wir gehen zurück zum Wohnmobil und genießen die vorerst letzte Pizza in Italien. Während des Pizzaessens kommt dann das große Bangen, ob Navina wirklich mitfliegen kann. Sie isst kaum etwas von ihrer Pizza und möchte dann weinend ins Bett … sie hat erhöhte Temperatur. In der Nacht steigt diese dann noch auf 39,5° an. Wir vermuten es war die Aufregung vor dem Flug, denn morgens war sie wieder fieberfrei!

Der Freitag beginnt früh und wir stellen uns tatsächlich nochmal einen Wecker. Der Weg zum Flughafen beträgt zum Glück nur 5 Minuten, aber irgendwie findet sich keine Halt- oder Parkmöglichkeit für das Wohnmobil. So müssen Maureen, Navina und Silas alleine bis zum Terminal. Das ist irgendwie doof. Linus und Christian fahren zum Hafen.

Team Wohnmobil

Diesmal haben wir eine Fährpassage über Tag gebucht. Die ist deutlich günstiger und bei der Nachtfähre gab es keine Kabinen mehr. Die Fähre soll um 10 Uhr ablegen, ist aber noch gar nicht da. Entsprechend darf man auch noch nicht auf das Gelände. Also erstmal einen Kaffee kochen und dann Vorlesen. Irgenwann kommt die Fähre dann an und nachdem alle Autos, Wohnmobile und LKW entladen sind, dürfen wir auf das Gelände. Da heißt es wieder warten. Als es endlich losgeht, geht alles ganz schnell. Es ist super wenig los und so können diesmal alle Fahrzeuge auf dem unteren Deck parken. Das hat den Vorteil, dass man ohne rangieren zu müssen auch wieder einfach raus fahren kann. Pünktlich um 10 Uhr legt die Fähre ab. Die Sonne scheint die ganze Fahrt über, aber es weht auch ein kräftiger Wind. Auf den Außendecks findet sich fast kein Windgeschützter Platz. Deshalb verbringen wir die meiste Zeit im Inneren. Da so wenig Leute an Board sind, kann man es sich auf den Sesseln und Bänken bequem machen. Wir verbringen den Tag mit Lesen, Musik und Hörspiel hören und vertreten uns immer wieder die Beine. Obwohl die Fähre planmäßig abgefahren ist kommt sie mit 1,5 Stunden Verspätung in Livorno an. Das ist ärgerlich, weil wir es noch bis zum bekannten Stellplatz in Parma schaffen wollen. Das klappt auch, aber es sind dann schon fast 23 Uhr, als wir das Wohnmobil parken.

Der Samstag lässt sich für die Wohnmobil Besatzung mit fahren, fahren und fahren zusammenfassen. Wir fahren von Parma bis kurz hinter die Grenze nach Deutschland. Die Fahrt verlängert sich unfreiwillig um über eine Stunde, weil vor dem Gotthard Tunnel Stau ist. Am Sonntag wollen wir es bis nach Frankfurt schaffen. Christian hat einen Stellplatz an einem Bauernhof ausgewählt. Auch diese Strecke ist von viel zähflüssigem Verkehr geprägt und so macht Fahren keinen Spaß. Der Stellplatz vor den Toren Frankfurts entschädigt dafür mit viel Grün und einer ruhigen Lage.

Wie es dem Team Flugzeug ergeht

Für die Flieger ist die Rückreise deutlich schneller und Stau frei. Der Flug ist pünktlich und so leer, dass das Flugzeug bereits 15 Minuten früher als geplant, also nach 1Std. 45Min. auf dem Flughafen Köln/Bonn landet. Opa Horst holt die Drei ab und nach einer knappen Stunde Fahrt, in der auch der Opa mal eine Kostprobe von Silas Autobegeisterung bekommt, ist die vorübergehende Bleibe bei Oma Trudi & Opa Horst erreicht. Navina ist im Glück, sie hat Oma, Opa und Mama ein paar Tage ganz für sich alleine. Da gerade Pflanzzeit und Opa ein begeisterter Hobbygärtner ist, genießt Navina erstmal zwei Tage im Garten und pflanzt mit Opa Zucchini, Bohnen, Kohlrabi, Kürbisse, etc. Außerdem ist ihr der Zufall gut gesonnen, die Nachbarn haben gerade Hasen zu Besuch. Keine Zwergkaninchen, sondern richtige Kaventsmänner, tolle Tiere! In der Nacht von Samstag auf Sonntag verlassen uns Oma und Opa dann für die nächsten 12 Tage. Sie fliegen in den wohlverdienten Urlaub. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön, dass wir uns so lange in eurem Haus ausbreiten dürfen. Um das Wochenende dann noch perfekt abzurunden, statten Maureen, Navina und Silas am Sonntagnachmittag dem ortsansässigen Kuhbauern einen Besuch ab. Dort wird das am Vortag geborene Kälbchen ausgiebig gestreichelt.

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