Reiseberichte

Bali wir kommen

Nach 3 Monaten in Australien verschlägt es uns nach Bali. Wir berichten von Tropen und anderen Krankheiten [05.10.2018 – 12.10.2018]

Auf nach Bali

Lange haben wir mit uns gehadert wohin die Reise geht. Neuseeland, Fidji, Vietnam, Kambodscha, Bali … es gab so viele Möglichkeiten und wir waren so unentschlossen. Schlussendlich siegte aber der Wunsch nach wärmeren Gefilden und so fiel die Wahl auf Bali. Unser Flieger verlässt den australischen Kontinent um 10.10 Uhr und so sind wir wieder früh auf den Beinen. Der Mietwagen möchte am Terminal für Inlandsflüge abgegeben werden und so müssen wir noch mit dem Bus zum Internationalen Terminal fahren. Es klappt alles wie am Schnürchen. Der Check-In ist schnell erledigt, wir sitzen alle zusammen und den Buggy dürfen wir auch mit zum Gate nehmen. Doch beim Aufgeben unserer Koffer ist dann einer unserer Koffer zu schwer und wir sollen 120$ bezahlen, für 1kg was wir zu viel dabei haben. Das kann doch nicht sein?! Wir haben die Koffer im Haus extra noch mehrfach gewogen. Nach kurzer Überlegung fällt uns der Grund dafür ein. Wir haben Navina’s Sitzerhöhung (aufblasbar) noch in den Koffer gestopft. Also Sitzerhöhung wieder raus, nochmal nach wiegen, 23,7kg. Das probieren wir noch mal und siehe da es muss nur die 23 vor dem Komma stehen, dann geht der Koffer ohne Beanstandung durch. Jetzt heißt es Bali wir kommen.

Nach einem super entspannten Flug wartet am Flughafen Denpasar bereits ein von uns organisierter Fahrer auf uns. Dieser fährt uns direkt zu unserer Unterkunft ‚Villa Sari Ubud‘ in – ich weiß es ist schwer zu erraten – Ubud. Die Fahrt dauert über 2 Stunden für gerade mal 40km. Unglaublich wie viel Verkehr hier unterwegs ist. Und noch unglaublicher sind die vielen kleinen Straßen, welche wir fahren müssen um nach Ubud zu kommen. Wir sind hin- und hergerissen zwischen: WOW tolle Reisfelder UND wo sind wir hier gelandet. Der Verkehr ist furchtbar und der erste Eindruck insgesamt von Bali ist: laut, dreckig, hektisch, vermüllt. Aber zurück zum Hotel. Das Sari Villa Ubud ist wirklich empfehlenswert. Es liegt zwar direkt an der Hauptstraße, durch seine Bauweise bekommt man von dem Straßenlärm aber nichts mit. Ganz am Ende der Anlage liegt dann der Pool mit direktem Blick auf die Natur. Wirklich schön angelegt!

Ankommen in Ubud

Da wir uns einiges anschauen wollen und die Restaurants auch nicht unbedingt in Fußreichweite liegen, möchten wir uns Roller ausleihen. Hätte uns vorher jemand gesagt wie kompliziert es in Ubud sein würde Roller zu leihen, ich glaube wir hätten es gar nicht erst versucht. Die aller meisten Verleiher hatten tatsächlich keine Roller mehr. Alle vermietet. Wenn wir dann doch mal jemanden gefunden haben, der Roller für uns gehabt hätte, dann hatten sie keine Kinderhelme. Wir sind bei der Hitze den ganzen Samstag und den ganzen Sonntag hin und her gelaufen. Haben überall nachgefragt, wo wir ein Schild gesehen haben und haben wirklich nichts gefunden. Sonntag sind wir dann kurzerhand mit einem Grab-Taxi in die Innenstadt von Ubud zu einem Helmshop gefahren und haben dort für die Kinder Rollerhelme besorgt. Diese entsprechen nicht dem europäischen Standard und kosten daher nicht wirklich viel. Für alle 3 Helme haben wir keine 25 Euro bezahlt. Abends gehen wir dann im Warung Scooting Ubud essen und sie hätte tatsächlich Roller für uns. Wir haben einen Lauf :-). Da wir aber noch nie vorher gefahren sind, sollen wir am nächsten Tag kommen und erstmal eine Proberunde fahren. Da wir bislang aber noch nichts von Ubud gesehen haben, möchten wir am Montagmorgen erstmal in den Monkey Forest, bevor wir die Roller holen gehen. Vom Monkey Forest aus lassen wir uns dann direkt zum Rollerverleih fahren, um die Roller zu holen. Jetzt kommt der Moment, wo ich fast ausfallend geworden wäre. Sie haben die Roller anderweitig vergeben. Also wieder keine Roller. Wir sollten es aufgeben, es soll nicht sein. Morgen hat Navina Geburtstag und wir sind völlig planlos was wir machen, da wir nicht mobil sind. Aber essen müssen wir und so freuen wir uns, als eine Familie aus Eupen sich mit uns zum Abendessen treffen möchte. Eine willkommene Ablenkung. Wir treffen uns vor ihrer Unterkunft und auf dem Weg zum Restaurant sehen wir wieder ein Schild „Roller zu vermieten“. Wir gehen erstmal weiter und beschließen dann dem Schicksal noch einmal ins Auge zu blicken. Christian geht zurück und ich gehe mit den Kinder erstmal zu Restaurant. Es dauert ewig, bis Christian kommt und dann begrüßt er mich mit den Worten: Wir können Roller haben, aber du musst JETZT Probe fahren. Aber ich habe doch Hunger, … , naja egal wir können Roller haben. Also los. Die Probefahrt mit dem absolut schrottigsten Roller aller Zeiten hat irgendwie geklappt und wir waren tatsächlich im Besitz von zwei Rollern. Navina’s Geburtstag kann also kommen.

Fast hätte ich aber den Monkey Forest vergessen. Beim Affenwald handelt es sich um einen kleinen Naturpark in Ubud. Neben dem hinduistischen Tempel Pura Dalem Agung Padangtegal beherbergt der Park, wie der Name schon sagt, unzählige Affen. Überall lesen wir den Tipp ganz früh morgens schon da zu sein, um den Park in Ruhe genießen zu können, bevor die Touristenbusse angerollt kommen. Diesen Tipp nehmen wir uns zu Herzen und sind kurz nach Parköffnung um 8.30 Uhr dort. Zu dieser Zeit hat der Park etwas sehr mystisches. Liebevoll nennen wir den Park daher Zauberwald. Gemütlich schlendern wir durch den Park und freuen uns über die schöne Natur und die vielen Affen. Ein wirklich schöner Ausflug war das.

 

Navina’s Geburtstag

Happy Birthday, it’s your Birthday, happy Birthday … unsere Prinzessin wird 7 Jahre alt. Wer kann schon sagen er / sie hat seinen 7. Geburtstag auf Bali gefeiert? Lange hat sie in Australien überlegt, wo sie denn gerne ihren Geburtstag feiern möchte. Schlussendlich ist ihre Wahl auf die Tropen gefallen, gut das dies auch unserem Wunsch entsprach ;-). Kurzerhand wurde am Vorabend noch Geschenkpapier gebastelt, Luftballons besorgt, Muffins inkl. Kerzen besorgt. Mangels Ofen und allgemein einer Möglichkeit zum Backen, wurde der Geburtstagskuchen auf Australien verschoben. Damit konnte sie gut leben, zumindest wenn ich ihr dann eine Eistorte zaubere. Und veganes Essen hin oder her, die Eistorte muss sein. Das war schon immer auch mein Geburtstagskuchen und Traditionen müssen erhalten bleiben :-D. Wir starten gemütlich in den Tag mit Singen, Geschenke auspacken, Frühstücken und dann geht es los. Beim Frühstück haben wir aber zunächst noch eine Überraschung für Navina. Wir haben Freunde und Familie gefragt, ob sie uns ein kurzes Geburtstagsvideo für Navina schicken könnten. Daraus hat Christian dann ein Video zusammen geschnitten. Die Freude war riesen groß und die Überraschung noch größer :-). Den Ablauf des Tages hat Navina sich ganz genau überlegt. Unsere Rollertaufe führt uns als Erstes zu den Reisfeldern von Tegalalang. Navina und Silas fahren bei mir mit. Silas vorne in der Trage, Navina hinter mir. Linus sitzt hinter Christian. Erst geht alles gut, doch irgendwann höre ich von hinten nicht mehr viel und plötzlich sagt Navina ihr wäre schlecht. Also wild gestikulieren um Christian, der vor uns fährt, zum Anhalten zu bewegen. Nach einer kurzen Lagebesprechung, tauscht Navina den Roller und fährt nun vorne bei Christian mit. Linus bleibt hinter Christian sitzen. Das scheint für Navina besser zu funktionieren. Zumindest für die nächsten 1,5 km. Dann fährt Christian plötzlich an den Straßenrand und Navina springt vom Roller. Der Mageninhalt wollte doch dringend raus. Zum Glück geht es ihr jetzt deutlich besser und sie hat jetzt keine Probleme mehr mit dem Roller fahren. Nachdem wir an den Reisfelder angekommen sind, einmal an den Reisfeldern vorbei gefahren sind und keinen Parkplatz entdeckt haben, fängt uns ein Einheimischer mit dem Roller ab. Er habe einen sicheren Parkplatz für uns, man dürfte hier nicht überall parken. Hätte uns schon komisch vorkommen müssen, aber gutgläubig wie wir sind fahren wir mit. Der Parkplatz ist dann auch super, nur dass man eine steile Zufahrt runter muss. Unten liegt Split und so rutscht mir der Roller unten tatsächlich weg und liegt auf der Seite. Silas und mir ist aber zum Glück nichts passiert. Der Einheimische möchte uns dann doch diverse Sachen aufschwatzen, lässt aber dann zum Glück von uns ab, als wir ihm freundlich aber beständig sagen, dass wir nichts möchten. Jetzt kann es endlich in die Reisterrassen gehen. Was für ein phantastischer Anblick. Grün soweit man schauen kann. Einfach schön. Wir wandern durch die Reisterrassen, verlieren dabei den ein oder anderen Liter Schweiß und erfreuen uns an der tollen Natur. Hier und da sehen wir Arbeiter in den Terrassen, aber im Großen und Ganzen sieht man Touristen, welche die Reisterrassen genauso faszinierend finden wie wir. Neben der Hauptattraktion, den Reisterrassen, dürfen die großen Schaukeln nicht unerwähnt bleiben. Navina hat sich gewünscht auf einer solchen Schaukel zu schaukeln. Nach harten Preisverhandlungen stand dann fest, Navina möchte nicht alleine schaukeln, sie darf aber gemeinsam mit Christian drauf. Linus möchte auch schaukeln, aber alleine. Also bekommen alle einen Klettergurt an, damit wird man nämlich an der Schaukel festgemacht und die Fahrt kann beginnen. Was soll ich sagen es sah schon beim Zuschauen nach viel Spaß aus, die einhellige Meinung der drei Schaukelnden war absolute Begeisterung. Es muss ein phantastisches Gefühl sein in den Reisfeldern zu schaukeln. Die Bilder sprechen hier denke ich für sich :-). Glücklich und total verschwitzt verlassen wir die Reisterrassen und genehmigen uns noch einen frischen Fruchtsaft mit direktem Blick auf die Reisfelder. Das war ein für uns alle unvergessliches Erlebnis. Die Roller bringen uns zum nächsten Programmpunkt des Tages. Es geht ins Ubud Yoga Centre. Dort soll es nicht nur gutes Essen geben, sondern auch ein Spielzimmer für die Kinder. Der Verkehr in Ubud macht uns ein wenig zu schaffen, aber schlussendlich gelangen wir gesund und munter am Ziel. Die Speisekarte lässt die Herzen von uns Erwachsenen höher schlagen und die Kinder bekommen zur Feier des Tages Pommes und anschließend Wraps. Wir schlemmen und spielen ausgiebig, bevor wir dringend eine Abkühlung im Pool unserer Unterkunft brauchen. Ausgelassen toben wir den Nachmittag im Pool und Navina überlegt sich in der Zwischenzeit, wo sie gerne Abendbrot essen möchte. Die Wahl fällt auf das Yellow Flower Cafe, welches wir in den letzten Tagen bereits zweimal besucht hatten. Es ist für uns fußläufig erreichbar. Kurz bevor wir losgehen ist mir ein wenig flau im Magen und ich sage noch zu Christian, dass ich bestimmt was essen muss. Allerdings wird mir kurz darauf recht kalt und ich liege im Restaurant nur noch in der Ecke und friere, während die anderen schwitzen. Arme Prinzessin, so hatte sie sich ihren Geburtstagsabschluß wohl eher nicht vorgestellt. Ich halte noch bis nach dem Essen durch und liege dann 2 Tage mit einer Lebensmittelvergiftung flach. Navina ist sehr tapfer, macht sich dann aber doch große Sorgen um mich. Sie ist während unserer Reise gefühlt noch empathischer geworden, als sie es vorher schon war. Wir können sie jedoch relativ schnell beruhigen und nachdem die Tränen getrocknet sind, geht es deutlich besser. Der Abschluss hätte ein wenig besser sein können, aber in Summe war es ein rund um gelungener Tag.

Maureen hat es erwischt

Die kommenden 1,5 Tage liege ich komplett flach. So verbringen wir alle die Tage in der Anlage und während ich mich durchgehend ausruhe, versucht Christian die Meute bei Laune zu halten. Der Pool wird in dieser Zeit ausgiebig getestet und zum Essen fahren die 3 weg. Diese Zeit nutzen Silas und ich für einen ausgiebigen Schlaf. Abends gehen die 3 noch im „The Elephant“ essen, das Restaurant befindet sich nur wenige Gehminuten von unserem Hotel entfernt. Am nächsten Morgen geht es schon besser, allerdings spielt mein Kreislauf noch so gar nicht mit. Ab mittags geht es dann mit meiner Gesundheit deutlich bergauf und am Nachmittag bin ich so fit, dass eine deutsche Familie mit ihren beiden Jungs zu Besuch kommt. Linus und Navina haben gleich viel Spaß! Da sieht man mal wieder, Kinder brauchen Kinder. Das Alter spielt dabei wirklich nur eine untergeordnete Rolle. Die Jungs der deutschen Familie sind 3 und 6. Völlig egal, Navina spielt direkt ausgiebig mit Theo (3) und Linus taucht mit Bruno (6) um die Wette. Alle 4 Kinder sind dann nicht gerade begeistert, als wir das Spiel unterbrechen müssen, als es wirklich Zeit fürs Abendbrot wird. Mit dem Versprechen uns wieder zu treffen verabschieden wir uns. Es war ein wirklich schöner Nachmittag und wir freuen uns schon auf eine Wiederholung. Denn nicht nur die Kinder hatten einen riesen Spaß, sondern auch wir Großen haben uns über den Austausch sehr gefreut!

Schreckmoment mitten in der Nacht

Am frühen Freitag Morgen wurde ich unsanft aus dem Schlaf gerissen. Nachdem unsere Unterkunft in Sydney so gebaut war, dass ein vorbeifahrender Bus oder LKW das ganze Haus zum wackeln brachte, war mein spontaner Gedanke „Wow, das muss ein großer LKW sein, der da gerade vorbei fährt!“. Das war mein erster Gedanke, dann begann mein Herz zu rasen und ich war hell wach. Das ist kein LKW! Das Bett bewegte sich von der Erschütterung leicht durchs Zimmer, das ganze Gebäude knackte, Panik machte sich breit. Außer mir schliefen alle. Also Christian geweckt mit den Worten „Christian, das ist ein Erdbeben.“. Er schlief so tief, er hat gar nicht wirklich mitbekommen, was da gerade passiert. Auf meine Aussage, wir müssen hier raus kam nur ein „Warte mal ab.“. Hm, im Fall der Fälle würden wir es mit der Einstellung wohl eher nicht mehr raus schaffen. Im heutigen Fall sind wir dann einfach dankbar nur so ein leichtes Erdbeben erlebt zu haben. Spukig war es in jedem Fall und nochmal muss ich es auch nicht erleben. Es zeigt uns wieder, was die Natur für eine Kraft hat. Das Epizentrum war über 150km von uns entfernt und trotzdem war es SEHR stark zu spüren.

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