Reiseberichte

Brisbane Teil 1

Next Stop Brisbane [13.09.2018-05.10.2018]

Abreise Sydney

Wir müssen früh aufstehen, der Wecker klingelt tatsächlich schon vor 5 Uhr, weil wir um kurz nach 6 Uhr die Wohnung verlassen müssen. Leider mussten wir gestern Abend noch feststellen, dass ich mich irgendwo verrechnet habe und Christian’s und meine OPAL-Karte doch nicht mehr genug Guthaben haben. Sehr ärgerlich, weil es nur ein paar Cent sind die uns fehlen. Der minimale Aufladebetrag liegt aber bei 10$. Das lohnt sich überhaupt nicht und so beschließen wir das Guthaben auf den Karten verfallen zu lassen und stattdessen Einzeltickets für uns zu kaufen. Wir steigen in den Bus Richtung Bondi Junction, um dort in die Flughafen-Linie einzusteigen. Der Fahrer hat aber offensichtlich keine große Lust am frühen Morgen Tickets auszustellen und so lässt er uns ohne Ticket mitfahren. Moment da war doch was, die Fahrt ab Bondi Junction kostet doch weniger, als wir Guthaben auf der OPAL-Karte haben. Wooohoooo, unser Guthaben verfällt doch nicht. Dank dem noch müden Busfahrer können wir doch unser Guthaben verfahren. Welch‘ glücklicher Zufall. Der Tag startet schon großartig. In Bondi Junction müssen wir also die Linie 400 Richtung Flughafen nehmen. Die richtige Haltestelle ist schnell gefunden und so freuen wir uns, als der Bus wenige Minuten später eintrifft. Beim Einsteigen fragt uns der Busfahrer, wo wir denn hin wollen. Na zum Flughafen natürlich. Er macht uns netterweise darauf aufmerksam, dass sein Bus nicht Richtung Flughafen fährt, sondern in eine ganz andere Richtung. Der Bus war falsch ausgeschildert. Die Busnummer war falsch deklariert. Was für ein aufmerksamer Busfahrer. Zwei nette Busfahrer an einem Tag, das ist uns auch noch nicht passiert. Am Flughafen angekommen finden wir auch sehr schnell unseren Check-In. Es läuft alles glatt und nach knapp 1,5 Stunden erreichen wir Brisbane. Am Kofferband dann der Schock: Ein Koffer ist weg. Eigentlich war es nicht anders zu erwarten. So oft hört man von verloren gegangenen Koffern, aber bislang hat es uns trotz der vielen Flüge noch nicht erwischt. Was also ist mit unserem Koffer geschehen? Um es direkt Vorweg zu nehmen, er ist wieder aufgetaucht. Er hat am Flughafen in Sydney zu lange Smalltalk gehalten und hat damit den Flieger verpasst. Ob es ein weiblicher Koffer ist? Er ach nein, Sie wurde dann kurzerhand nachmittags nachgeschickt und bis zu unserer Unterkunft gebracht. Sie hat also ihren wohlverdienten Sonderauftritt bekommen und wir sind froh sie wieder bei uns zu haben. Jedenfalls dürfen wir uns noch über ein Auto-Upgrade freuen. Als wir bei der netten Dame der Autovermietung stehen, schaut sie an Christian vorbei fragt ob wir wirklich zu fünft sind und beschließt dann kurzerhand uns ein größeres Auto zu geben. Was für eine nette Geste, was für ein toller Tag.

Wir housesitten mal wieder

Auf auf zu Louie. Unser Pflegehund für die nächsten 3 Wochen. Wir freuen uns schon riesig auf Ihn. Ein bisschen mulmig ist es uns schon zu mute. Es ist nämlich so, wir werden die Besitzer von Louie erstmal nicht persönlich kennen lernen. Sie sind bereits heute Morgen ganz früh in den Urlaub geflogen. Vorab haben wir natürlich per Video mit ihnen gesprochen und sie haben uns einen Schlüssel für ihr Haus hinterlegt. Trotzdem ist es komisch in das Haus dieser Leute zu gehen, ohne sie zu kennen und ohne sie dabei zu haben. Im Haus angekommen finden wir eine nette Nachricht der Besitzer und freuen uns über das unglaublich tolle Haus mit einem super schönen Garten, einem Pool, einem Kinder-Spiel-Zimmer, einem Babyphone, einem Buggy für Silas und ganz viel Platz. Auch die erste Begegnung mit Louie, einem pensionierten Windhund, verläuft sehr positiv. Nach einem ausgiebigen Großeinkauf genießen wir die deutlich wärmere Temperatur in „unserem“ Garten. Bei angenehmen 22-25 Grad werden wir die nächsten 3 Wochen die kurzen Sachen wohl nicht mehr ausziehen müssen. Da kommt eindeutig Freude auf.

Die Freude über den Pool ist bei den Kindern riesig und so wollen sie am nächsten Morgen direkt rein springen. Aber da in Brisbane gerade erst Frühlingsanfang ist, ist dieser noch nicht Einsatzbereit. Poolboy Linus macht sich daher gleich mit Papas Hilfe an die Arbeit. Da die Pumpe erstmal eine ganze Weile laufen muss, damit das Wasser wirklich einmal durchgereinigt ist, muss die Pooleinweihung auf den nächsten Tag verschoben werden. Von da an gibt es allerdings kein Halten mehr und die Kinder nutzen den Pool inklusive Surfbretter wirklich in jeder freien Minute. Sie sind und bleiben beide echte Wasserratten.

Ausflüge

Nach nun 3 Monaten Linksverkehr ist für mich der Tag der Tage gekommen. Meine Feuerprobe im Linksverkehr. Nachdem wir einen echt schicken SUV als Leihwagen bekommen haben, lasse ich mir die Gelegenheit nicht entgehen diesen einmal zu fahren. Was soll ich sagen, außer dem typischen Blinker / Scheibenwischer Problem, hat es wunderbar geklappt. Trotzdem überlasse ich das Steuer auch zukünftig gerne Christian, zumindest solange wir uns im Linksverkehr befinden. Fun Fact: Wie man feststellt, dass man schon ziemlich lange im Linksverkehr unterwegs ist. Christian hat ein Video über unsere Wohnmobiltour nach Sardinien geschnitten. Dabei hat er aus der Fahrerperspektive gefilmt. War das komisch, wir hatten das Gefühl alle fahren auf der falschen Seite.

Meine Feuerprobe führte uns jedenfalls an den schönen Lake Samsonvale. Der See ist ein gigantisches Trinkwasserreservoir. Ein schöner Ort der Ruhe mit tollen Picknick Arealen, unglaublich tollem Panorama und zauberhaften Wanderwegen. Ein wirklich schönes Naherholungsgebiet. Christian nutzt das schöne Wetter und erkundet mit der Drohne den See von oben. Auch Linus kommt auf seine Kosten und darf die Drohne ebenfalls fliegen. Für ihn ein absolutes Highlight. Wie schon in Melbourne haben wir auch hier wieder Glück und sehen zwei schwarze Schwäne. Unglaublich schöne, elegante Tiere.

Robbie (der Hausbesitzer) hat uns den Carseldine Market empfohlen. Ein kleiner Farmers Market ganz in der Nähe von unserem Housesit. Der Markt findet jeden Sonntag statt und ist eine Mischung aus Food und Bauern Markt. Neben den üblichen Verkaufsständen wird für die Kinder auch eine Hüpfburg und Ponyreiten angeboten. Die Hüpfburg testen Linus und Navina ausgiebig, bevor wir uns über den Obststand her machen und am Erdbeerstand die letzte Packung Erdbeeren ergattern. Die Erdbeeren überleben den Tag leider nicht. Sie wurden erst am Vorabend gepflückt und schmecken einfach zu köstlich.

Gut gelaunt und voller Vorfreude springen wir am nächsten Morgen ins Auto und fahren Richtung Redcliffe. Dort werden an der Touristen Information jeden Morgen um 10 Uhr die freilebenden Pelikane gefüttert. Das heißt, wenn ein Pelican Lust hat ;-). Wir hatten Glück und es wartete bereits ein wunderschönes Exemplar auf uns, als wir am Ort des Geschehens eintrafen. Pünktlich um 10 Uhr kam dann auch die Dame mit dem Futter. Welch ein Glück, dass der Pelican heute alleine war. So bekam er heute etwas mehr zu futtern. Nachdem wir uns dieses tolle Tier aus nächster Nähe anschauen durften, verschlug es uns natürlich auf die umliegenden Spielplätze. Natürlich hat Christian es sich dann auch nicht nehmen lassen, gemeinsam mit Linus und Navina den Kletterbaum zu erklimmen. Fürs Warten wurde ich dann mit 3 strahlenden Gesichtern belohnt :-).

Neben den ganzen vielen tollen Ausflügen haben wir es uns nicht nehmen lassen und haben die umliegenden Spielplätze erkundet. Eindeutiger Favorit war der Spielplatz im Pine Rivers Park. Dieser hatte einfach die tollsten Spielgeräte an denen nicht nur die Kinder ihren Spaß hatten. Neben auf einer Bahn fahrenden „Motorrädern“, welche man durch treten der Pedale vorwärts bewegte, war das Karussell das absolute Highlight. Ebenfalls durch treten der Pedale wurden 2 Sitze, welche sich jeweils am Ende einer Stange befanden, im Kreis gedreht (siehe Foto). Ich kann nicht sagen wer von uns am Meisten Spaß beim Fahren hatte. Falls noch jemand eine Anregung für einen Spielplatz braucht: Wir können diese beiden Spielgeräte wärmstens empfehlen. Aber nicht nur auf den Spielplätzen und im Pool haben wir viel Zeit verbracht. Für die Kinder war unser Housesit eine wahre Goldgrube. Sie hatten nicht nur Spaß daran die Neopren-Anzüge der Besitzer anzuprobieren, in denen sie wirklich zum Schießen aussahen, sondern sie konnten ihrer Kreativität noch mal so richtig freien Lauf lassen. Sie haben gebastelt und experimentiert was das Zeug hält. Neben dem Basteln von Angeln und tollen Nagelbildern, wurde auch getestet welche Gegenstände schwimmen können und welche untergehen. Für Linus aber war wohl das Tollste das selbst gebastelte Floss. Auch wenn es nicht stark genug war ihn zu tragen, so schwamm es doch 1A. Irgendwann werden wir aber doch nicht drum herum kommen ein Floss zu bauen, welches schwimmt und ihn trägt. Das wird ein Spaß *g*.

 

Whale watching

Am 20. September 2018 war es dann so weit. Wir sind früh gestartet, um trotz Berufsverkehr pünktlich in Redcliffe anzukommen. Das hat auch wunderbar geklappt. Vom Parkplatz aus sahen wir schon den tollen Katamaran liegen. Unser heutiges Ziel heißt: Wale sehen. Immer wenn ich am Strand stehe, wünsche ich mir einen Wal zu sehen. Schon als Kind fand ich diese riesigen Meeresbewohner total faszinierend. Lange Zeit war mein Berufswunsch Meeresforscherin. Man glaubt es kaum, aus diesem Grund habe ich tatsächlich in der 8. Klasse ein Schülerpraktikum im Düsseldorfer Aquazoo gemacht. Nachdem ich aber herausgefunden habe, dass im Meer ja nicht nur die tollen Wale, Delfine, bunten Fische etc. leben, sondern eben auch Haie, Kraken, Quallen, … tja da war es dann aus mit dem Berufswunsch Meeresforscherin. Aber ich schweife ab. Zurück zu den Walen. Jeder weiß, dass Wale im Meer leben, aber Hand aufs Herz: Wer kann sich beim Anblick des Meeres wirklich vorstellen gerade das Zuhause von diesen wunderbaren Geschöpfen zu betrachten. Ich empfinde diesen Gedanken als absolut surreal. Jedenfalls war es an Besagtem Donnerstag so weit. Wir zogen mit dem Katamaran „Eye Spey“ los um uns auf die Suche nach Walen zu machen. Nach einer ca. 30 minütigen Fahrt erreichten wir die vorgelagerte Insel „Morton Island“. Auf der Fahrt haben wir tatsächlich ganz kurz einen Delfin entdeckt. Er ist aber nur einmal ganz kurz aus dem Wasser gesprungen, daher waren wir uns im aller ersten Moment tatsächlich nicht sicher, ob es wirklich ein Delfin war. Kurz danach hat Christian ihn aber noch einmal gesehen und zwar in Begleitung seines Kumpels. Kaum angekommen an „Morton Island“, machte uns eine Mitfahrerin auf etwas direkt vor dem Boot aufmerksam. Als ich sah, was es war, war ich aufgeregt wie ein kleines Kind und wollte so schnell es nur geht an Deck um es ganz genau sehen zu können. Vor uns schwamm wirklich eine Wal-Mutter mit ihrem Kalb. Es war unglaublich das Kalb winkte unaufhörlich mit der Finne, während seine Mutter es ganz ruhig und majestätisch begleitete. Es war ein so unglaublich schöner Moment und so aufregend für uns alle. Nach diesem Erstkontakt haben wir noch weitere Wale gesehen. Am spektakulärsten für uns war es, als ein ausgewachsener Wal senkrecht aus dem Wasser geschossen kam. Leider war es für die Kamera zu weit weg. Aber die schönsten Bilder trägt man eh in der Erinnerung mit sich ;-). Was für ein ausgesprochen schöner Tag. Damit ist wirklich einer meiner Herzenswünsche in Erfüllung gegangen. Eins kann ich euch aber sagen, auch wenn ich es mit eigenen Augen gesehen habe, schaue ich jetzt aufs Meer kann ich mir wieder nicht vorstellen, dass ich gerade auf das zu Hause dieser beeindruckenden Tiere schaue.

Brisbane hat so unglaublich viel zu bieten. Wir mögen die Gegend sehr und genießen die vielen Angebote. So lassen wir es uns natürlich nicht nehmen und besuchen den Organic Farmers Market. Ein wirklich schöner Markt wo man ausschließlich Bio-Produkte kaufen kann. Wir sind dann auch im siebten Himmel, als wir tatsächlich Hefeflocken finden. Vegane Hobbyköche und ihre Probleme *hihi*. Anschließend machen wir uns, aufgrund eines tolles Tipps einer lieben Freundin meiner Schwester, auf zur „Steve Irwin“. Die kennt doch wirklich Jeder, NICHT! Es handelt sich dabei um eines der Schiffe von der Umweltschutzorganisation Sea Shepherd. Ein glücklicher Zufall will es so, dass dieses Schiff gerade in Brisbane vor Anker liegt und am heutigen Tag von Interessierten besichtigt werden kann. Die Organisation hat sich vor allem dem Schutz der Meere verschrieben. Die „Steve Irwin“ schippert normalerweise im Kampf gegen den Walfang, die Robbenjagd sowie den Kampf um unverhältnismäßige Fischerei vor der australischen Küste umher. Zum jetzigen Zeitpunkt wartet sie aber im Hafen von Brisbane auf ihren nächsten Einsatz. Wir sind alle von der Führung absolut begeistert. Die Jungs der Crew sind super sympathisch und neben vielen Informationen rund um die „Steve Irwin“ und Sea Shepherd, erzählen sie auch lustige Anekdoten vom Boardleben. Eine tolle Sache, an Board wird ausschließlich veganes Essen gegessen. Wer sich dem Schutz der Meerestiere verschreibt, isst konsequenterweise auch keine anderen tierischen Produkte. Tolle Sache

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