Reiseberichte

Brisbane Teil 2

Wir haben noch mehr tolle Sachen in Brisbane erlebt [13.09.2018-05.10.2018]

Lone Pine Koala Sanctuary

Zu Australien gehören neben den Kängurus doch eindeutig die Koalas. Da wir es leider nicht geschafft haben welche in freier Wildbahn zu sehen, statten wir der Lone Pine Koala Sanctuary einen Besuch ab. Ein wirklich schön angelegter kleiner Tierpark, der neben knapp 130 Koalas auch noch viele weitere australische Tiere beherbergt. Schnabeltiere, Wombats, Kängurus, Dingos, Kasuare, Schäfer Hunde um nur mal ein paar zu nennen. Die Koalas stehen natürlich im Mittelpunkt und so dürfen wir tatsächlich einen Koala streicheln. Spektakulär ist dann aber ohne Frage die Känguru-Streichelwiese. Für uns unglaublich diese Fluchttiere hier so unerschrocken zu sehen. Sie bleiben trotz ganzer Menschenmassen einfach liegen und lassen sich völlig unbeeindruckt streicheln. Und das Ganze tun sie tatsächlich freiwillig. Denn es gibt wirklich einen Ruhebereich, welcher von den Besuchern nicht betreten werden darf. Dorthin können sich die Tiere zurück ziehen, wenn es ihnen zu viel wird. Da sie dort auch gefüttert werden, wie wir selber gesehen haben, ist es auch nicht das Futter welches Sie zu den Menschen treibt. Und so kommen wir auch noch in den Genuss Kängurus zu streicheln und Navina darf sogar das Baby im Beutel einer Känguru-Mama streicheln. Wenn man dann noch geduldig ist und den Tieren nicht für ein Selfie auf die Pelle rückt, dann kommen sie von der Neugier getrieben von ganz allein zu einem und stecken die Nase fast in die Kameralinse. Eine tolle Belohnung für geduldige Menschen. Wer Koalas oder Kängurus einmal ganz nah kommen möchte, der sollte sich diesen Park wirklich nicht entgehen lassen.

South Bank

South Bank: eine Parklandschaft auf dem ehemaligen World Expo Gelände. Im Jahre 1988 hat in Brisbane die World Expo stattgefunden. Das Gelände wurde zu einer Parklandschaft umgebaut um im Jahre 1992 offiziell der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der Park besteht aus einer Mischung aus Regenwald, Wasser, Wiesen und Gärten, wie der Uferpromenade, dem Streets Beach, Restaurants, … Besonders der Streets Beach hat es uns angetan. Australiens einziger innerstädtischer, künstlicher Strand bietet eine glitzernde Lagune, umgeben von weißen Sandstränden und subtropischen Pflanzen. Was für uns Europäer undenkbar ist, die Lagune und der Strand sind für alle Besucher kostenfrei zugänglich. Also packt die Badehose ein, wenn ihr nach Brisbane fahrt. Wir waren tatsächlich, aufgrund unserer Begeisterung, Wiederholungstäter. Selten besuchen wir Attraktionen zweimal, hier haben wir aber gerne eine Ausnahme gemacht. Zumal wir uns bei unserem zweiten Besuch mit einer anderen deutschen Familie, welche bereits seit 8 Jahren in Brisbane wohnt verabredet haben. Obwohl die Kinder mehr Englisch als Deutsch sprechen haben sich die Kinder nach einer kurzen Eingewöhnungszeit sehr gut verstanden. Spannend für uns Eltern war auch der Austausch mit einer Freundin der deutschen Mutter. Sie ist ebenfalls mit ihren 3 Mädchen zu uns gestoßen. Aus Dänemark stammend haben sie im vergangenen Jahr ebenfalls eine kleine Weltreise gemacht. Während ihrer Reise haben sie sich Australien angeschaut und beschlossen hier wohnen zu wollen. Im April sind sie dann nach Brisbane gezogen. Es war ein rundum schöner Nachmittag. Nun zurück zu unserem ersten Besuch am Streets Beach. Nichts ahnend saßen Christian, Silas und ich im Schatten und beobachteten die Großen, welche ausgelassen im Wasser spielten, als plötzlich ein ohrenbetäubender Lärm zu vernehmen war. Es war eindeutig Flugzeuglärm, allerdings konnte das eigentlich nicht sein, da sich der Flughafen ein ganzes Stück außerhalb befindet und die Innenstadt nicht in der Flugschneise liegt. Der Flugzeuglärm wurde aber immer lauter, jedoch irritierte das die wenigsten Leute um uns herum. Während Christian neugierig die Kamera zückte, bekam ich leichte Panik. Was war das, warum gab es mitten in der Innenstadt Flugzeuglärm. Und dann sahen wir es. Ein Kampfjet mitten in der Innenstadt. Er flog direkt über dem Fluss durch die Hochhausschlucht. Panik .. Was soll das? Warum machen sie das? … Kopfkino … Aber warum ist niemand um uns herum beunruhigt und warum kommen sogar die Polizisten nur neugierig heran um sich das Treiben anzuschauen? Wir verstehen es nicht! Warum fliegt ein Kampfjet im Tiefflug mitten durch die Innenstadt und das nicht nur einmal und auch nicht nur einmal gerade durch, sondern mehrere Schleifen, also durch mehrere Hochhausschluchten. Und kaum jemand findet das beunruhigend! Während Christian sich das Spektakel neugierig anschaut, versteckt Linus sich unter Wasser. Ich flüchte währenddessen mit Silas und Navina in eine parallel Straße bzw. in ein Geschäft. Der Lärm ist unerträglich und ich finde das super beängstigend. Einen Tag später erfahren wir den Grund für das Ganze. Am Wochenende gibt es ein großes Feuerwerk in der Stadt und die Flugschau der Düsenjets gehört zum Programm. Was daran toll sein soll bleibt mir unergründlich und damit ein Rätsel. Froh waren wir dann allerdings, dass es einen Grund für das Ganze gab.

 

Redcliffe Museum

Einen Regentag hatten wir dann doch in Brisbane und so erkundeten wir das kostenfreie Museum in Redcliffe. Ein süßes kleines Museum in dem die Geschichte von Redcliffe gezeigt wird und man schöne alte Gegenstände anschauen kann. Neben alten Küchengeräten, Haushaltsgegenständen und Co. gab es auch eine Sonderausstellung zum Thema Tanz der Siedler. Dort konnte man sich die Musik von früher anhören, durch Gewichte erleben wie schwer die Schuhe der Leute damals waren und durch ein Lernvideo den früheren Tanzstil erlernen. Außerdem gab es eine Bastelecke für die Kinder, welche tatsächlich am meisten Aufmerksamkeit durch unsere Kinder bekommen hat. Es war ein netter Zeitvertreib :-). Am Abend beschließen wir dann, doch einen Buggy für Silas haben zu wollen. Er ist in den 3 Wochen hier so gerne Buggy gefahren, da macht es doch Sinn uns einen zuzulegen. Aufgrund der vielen Testfahrten mit dem Buggy der Hausbesitzer ist die Wahl schnell getroffen. Wie es der Zufall so will wird genau so ein Buggy ganz in der Nähe bei Gumtree (Australiens ebay Kleinanzeigen) angeboten. Kurzentschlossen fährt Christian abends den Buggy noch holen. Jetzt ist Silas erstmal mobil.

Die letzten Tage

Ende November geht es für uns noch einmal in die Nähe von Brisbane. Genau genommen nach Oakey, welches sich ca. 2,5 Stunden Landeinwärts befindet. Dort werden wir gemeinsam mit meiner Schwester und ihrer Familie eine Hobby-Farm sitten. 4 Wochen lang dürfen wir uns dann als Hobby-Farmer versuchen. Was für ein Spaß und einfach großartig, dass Michèle diesen Housesit für uns ergattert hat. So können wir die gesamte Adventszeit gemeinsam verbringen. Wir freuen uns riesig. Da wir nun fast um die Ecke sind, haben wir beschlossen die Farm einmal zu besuchen. Leider bedeutet dies mindestens 5 Stunden Auto fahren an einem Tag. Das wollen wir Silas nicht antun und so fahren Christian, Linus und Navina alleine. Während Silas und ich uns einen gemütlichen Tag in Lawnton (Brisbane) machen. Mehr von der Hobby-Farm erfahrt ihr dann im Dezember :-).

Jetzt bleiben uns noch 2 Tage hier in Australien und dann werde ich mitten in der Nacht von merkwürdigen Geräuschen wach. Mein Herz bleibt kurz stehen, weil ich glaube es sind Einbrecher in unserem Garten. Irgendjemand schleicht immer wieder an unserem Fenster vorbei. Und am Gartentor wird heftig gerappelt. Vorsichtig lauere ich hinter dem Vorhang vorbei. Ganz ehrlich mein Herz rast, damit was ich dann sehe habe ich aber wahrlich nicht gerechnet. 2 wirklich große Hunde stehen vor unserem Fenster. Sie bellen und knurren mich an, rennen durch den Garten, springen gegen das Gartentor. Kurzerhand wecke ich Christian allerdings bekommt er nicht viel mit und schläft mehr oder weniger sofort weiter. Machen können wir jetzt mitten in der Nacht nichts, also versuche auch ich weiter zu schlafen. Leider mit eher mäßigem Erfolg. Die Hunde sind wirklich laut und zwischenzeitlich habe ich das Gefühl sie reißen gleich das Gartentor ein. Da Linus und Navina morgens gerne direkt nach dem Aufstehen in den Garten stürmen um in den Pool zu springen, habe ich extra noch die Terrassen-Schiebetüren mit meinem Gürtel verschlossen und einen Zettel dran gehangen „Bitte nicht öffnen, fremde Hunde im Garten“. Zum Glück habe ich den Zettel geschrieben, denn ansonsten wären sie in den Garten gestürmt. Keine Ahnung ob die Hund was gemacht hätten, aber sie waren uns gegenüber eher aggressiv eingestellt und haben uns sofort angebellt. Schnell war klar es sind die Hunde des Nachbarn, aber auch nach wiederholtem Klingeln, öffnete uns dort niemand die Tür. Nach mehreren Stunden hat es ein Hund irgendwie geschafft über das Tor zu springen. Da es sich um den aggressiveren der Beiden handelte, hat Christian den anderen dann kurzerhand durchs Tor vorne auf die Straße gelassen. Als der Garten dann wieder von uns betreten werden konnte, mussten wir feststellen, dass sie bestimmt 6kg Trockenfutter in der Nacht verputzt haben. Dieses stand die ganze Zeit in einem luftdicht verpackten Sack in einem Eimer auf der Terrasse. Sie haben einfach den Sack zerfetzt und das Futter gefressen. Entsprechend haben sie den gesamten Garten vollge….! Diese Erfahrung zählt eindeutig zu den Dingen, die man nicht braucht ;-).

Am letzten Tag in Lawnton (Brisbane) mussten wir noch 2 Pakete versenden. Leider funktionierte der Drucker im Haus nicht und so endete die Suche nach einem Drucker für Christian, Linus und Navina in der Bücherei. Während Christian also die notwendigen Unterlagen ausgedruckt hat, haben Linus und Navina die Gunst der Stunde genutzt und sich über die Bücher her gemacht. Sie lieben Bücher einfach, egal ob sie auf Deutsch sind oder nicht. Wenn sie die Sprache nicht verstehen, dann schauen sie sich einfach die Bilder an. Hauptsache man hat den Geruch von bedrucktem Papier in der Nase *hihi*.

Nach 89 Tagen war es dann soweit, unser Visa lief ab und wir mussten das Land verlassen.

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