Reiseberichte

Die letzten zwei Wochen in Melbourne

Auf in die letzten 2 Wochen in Melbourne [28.07.18 – 18.08.18]

Nach den vielen beeindruckenden Ausflügen in die umliegende Landschaft, zieht es uns dann noch mal in die Stadt. Na gut, ehrlich gesagt möchten wir die Richlicks noch mal treffen ;-). Gesagt, getan. Wir kommen gut durch und sind pünktlich am vereinbarten Treffpunkt. Als die Richlicks dann eintreffen, beschließen wir erstmal in die Straßenbahn einzusteigen. Das die Linie 35, welche einmal im Kreis um die Innenstadt (City Circle) fährt, kostenfrei ist, wussten wir ja schon. Das aber sämtliche Straßenbahnen innerhalb dieses Kreises ebenfalls kostenfrei sind, haben wir erst später festgestellt. Da die kleineren Mitfahrer schnell die Lust am Straßenbahnfahren verlieren, steigen wir recht zügig wieder aus und beschließen die Gegend zu Fuß unsicher zu machen. Wir laufen durch den Park Birrarung Marr und machen am Yarra River erstmal ein Picknick. Entlang des Yarra River führt ein schöner Weg Richtung Innenstadt. Kurz vor der Princes Bridge entdecken wir einen schwarzen Schwan im Fluss, welcher sich bereitwillig fotografieren lässt. An der Flusspromenade angekommen, ist es Zeit fürs Mittagessen. Nach kurzem Suchen entdeckt Gerrit einen tollen, kleinen Laden, welcher frische Falafel-Wraps macht. Der Preis ist unschlagbar und die Besitzerin super nett, also bestellen wir 8 Wraps und pflanzen uns damit auf die Bänke direkt am Fluss und lassen uns bei strahlendem Sonnenschein unsere Wraps schmecken. Der restliche Tag verläuft genauso entspannt, wir flanieren noch ein wenig die Uferpromenade entlang und fahren mit der Straßenbahn Richtung Hafen, wo wir nicht nur die Boote bestaunen, sondern auch gleich einen Spielplatz unsicher machen. Was für ein schöner Tag. Schweren Herzens verabschieden wir uns dann am späten Nachmittag wieder von einander. Was wir hier noch nicht wussten: Es war leider auf unbestimmte Zeit erstmal das letzte Mal, dass wir uns gesehen haben :-(.

 

Roadtrip zur Great Ocean Road

Da wir unglaubliches Glück haben, kommt die Schwester der Hausbesitzer für das Wochenende vorbei, um nach den Hunden zu schauen. So haben wir die Möglichkeit 2 Tage wegzufahren. Diese Gelegenheit nutzen wir, um uns auf den Weg zur Great Ocean Road und damit natürlich zu den 12 Aposteln zu machen. Zu unserer großen Überraschung fahren heute alle 3 Kinder sehr souverän Auto und so sind die knapp 3 Stunden Fahrt überhaupt kein Problem. Wir halten zwischendurch zum Tanken und nutzen die Zeit gleichzeitig für ein Picknick und um die müden Knochen auf dem Spielplatz aufzuwecken. Anschließend geht es dann direkt zu den 12 Aposteln. Dort angekommen ist es sehr stürmisch und es nieselt ein wenig. Davon lassen wir uns aber nicht abhalten und bestaunen bei Nieselregen und Gicht die beeindruckenden Kalksäulen. Auch wenn der Name vermuten lässt, dass es sich um 12 Kalksäulen handelt, so sind es nur 9 Säulen gewesen und aufgrund der Wind- und Meereserosion seit 2009 sogar nur noch 8. Und nun zum Fun-Fact: Bis 1922 trugen die 12 Apostel den Namen ‚The Sow and Piglets‘ also ‚Die Sau & Ferkel‘. Da die Kalksäulen aber immer bekannter wurden und sie immer mehr Touristen sehen wollten, wurden sie 1922 aus ästhetischen Gründen umbenannt.

Der Nieselregen entwickelt sich zu starkem Dauerregen und so beschließen wir nicht auf die nächste Regenpause zu warten, sondern uns trotz strömenden Regen ‚Loch Ard Gorge‘ anzuschauen. Hierbei handelt es sich um einen wunderschönen von Klippen umschlossenen Strand. Das Wetter hat der Schönheit dieses Ortes keinen Abbruch getan. Auch wenn es bei Sonnenschein mit Sicherheit noch beeindruckender ist, so sind wir froh trotzdem runter gegangen zu sein.

Nach einer Essenspause im Auto, es regnet ja wie bereits erwähnt in Strömen, beschließen wir die wunderschöne Great Ocean Road Richtung Apollo Bay weiterzufahren. Dort wollen wir die Nacht in dem Hostel ‚Apollo Bay Eco YHA‘ verbringen. Es sei so viel gesagt, es ist ein tolles Hostel, aber wir sind zu alt für diesen Sch…, oder unsere Kinder zu jung. Je nachdem wie man es sehen möchte ;-). Jedenfalls fehlte uns hier echt eine eigene Toilette. Mitten in der Nacht über den Flur zu laufen ist nicht so toll. Aber es ist ja nur für eine Nacht und wen das nicht stört, dem können wir dieses Hostel wärmstens empfehlen. Zurück zu Great Ocean Road. Auf dem Weg Richtung Apollo Bay genießen wir die grandiose Landschaft entlang der Straße. Als wir am Castle Cove Lookout vorbei kommen, hat sich das Wetter gebessert und es kommt sogar noch mal die Sonne raus. Kurzerhand beschließen wir hier anzuhalten um den schönen Ausblick aufs Meer und die Klippen zu genießen. Auf Wunsch von Linus machen wir uns anschließend auf den abenteuerlichen Weg runter zum Strand. Es war kein wirklicher Weg, mehr ein Trampelpfad, oder um genau zu sein ein Sandpfad. Den Strand hatten wir dann ganz für uns alleine. Die Kinder spielen nach Herzenslust, klettern auf die Felsen und freuen sich nach der vielen Zeit im Auto sehr sich bewegen zu können. Christian und ich genießen die Sonnenstrahlen, den Ausblick und die Ruhe, welches das Meer ausstrahlt. Ein rundum schöner Tag neigt sich dem Ende und wir sind froh hier zu übernachten und nicht wieder bis nach Sunbury fahren zu müssen.

Der nächste Tag startet dank der Kinder gewohnt früh und so schaffen wir es tatsächlich zum Sonnenaufgang an den Strand. Als wir die Düne zum Strand erklommen haben, bietet sich uns eine wunderschöne Kulisse. Die Great Ocean Road ist wirklich phantastisch. Wunderschöne Landschaft auf der einen Seite, unglaubliche Farbenspiele des Meeres auf der anderen Seite. Wir halten auf dem Weg an schönen Aussichtspunkten, einem Wasserfall und natürlich auch am Strand. Außerdem machen wir in Lorne eine ausgiebige Mittagspause, wo wir uns in der Chopstix Noodle Bar ein leckeres Pad Thai bestellen. Gestärkt lassen wir es uns dann noch auf dem Spielplatz gut gehen. Unser nächstes Ziel ist der Leuchtturm von Fairhaven. Ein wirklich schöner, weißer Leuchtturm. Außerdem gibt es diverse Aussichtspunkte von wo aus man einen atemberaubenden Blick aufs Meer hat. Mit diesen Eindrücken verlassen wir die Great Ocean Road und machen uns auf dem Heimweg. Es war ein toller, kurzer Roadtrip. Wer einmal in der Nähe ist und die Chance hat, sollte sich die Great Ocean Road nicht entgehen lassen.

Endspurt

Unsere letzte Woche hier in Sunbury kosten wir noch einmal in vollen Zügen aus. Wir besuchen für die Kinder die hiesige Bücherei. Auch wenn sie der englischen Sprache nicht mächtig sind, ist es doch schön für sie einfach noch einmal in Büchern zu stöbern. Ein paar Bücher lesen wir ihnen dann auch vor, in dem wir beim Vorlesen übersetzen. Daran haben Beide großen Spaß. Außerdem dürfen wir mit der Erlaubnis der Hausbesitzer in einer alten Tonne im Garten ein kleines Lagerfeuer machen. Die Jungs sind in Ihrem Element und auch wenn der Spaß nicht lange währt, weil der Wind einfach zu stark und die Bebauung rund ums Grundstück einfach zu eng und nah ist. Wir haben die Tonne liebevoll „Pennertonne“ getauft, weil sie mit dem Feuer darin an die Tonnen erinnert, welche man in den ganzen Amerikanischen Filmen immer sieht. Dort wärmen sich Obdachlose an kalten Abenden an solchen Feuertonnen.

Zwei weitere Highlights krönen die letzte Woche. Als erstes besuchen wir den Hanging Rock Park, welcher nach ca. 30 Fahrminuten zu erreichen ist. Beim Hanging Rock handelt es sich um eine Felsformation. Diese ist vor ca. 6,25 Mio. Jahren durch Intraplattenvulkanismus entstanden. Magma trat dabei aus Felsspalten aus und hat sich an der Erdoberfläche abgelagert. Es entstanden u. a. vulkanische Dome. Durch Erosion entstand dann die heutige Form. So genug Hintergrundwissen. Wir haben dort einen wunderschönen Spaziergang zur Spitze der Formation gemacht. Oben wurden wir ordentlich durchgepustet, es war ein wenig windig … so stark, dass der obere Teil aufgrund des starken Windes gesperrt wurde, als wir gerade wieder unten angekommen sind. Was für ein glücklicher Zufall :-). Die Kinder haben den Ausflug ebenfalls sehr genossen und sind voller Freude über die ganzen Steine, durch die Spalten und Verwinkelungen geklettert.
Zweites Highlight war eindeutig der Besuch des Zungenbrecher Parks „Lerderderg State Park“. Bis zu diesem Park sind wir ca. 45 Minuten gefahren und wurden dort von einer wunderschönen Picknickwiese empfangen. Versprochen hatte Christian uns eine Wanderung zu einem Damm. Wir erlebten eine Wanderung mitten durch die phantastische Natur von Victoria. Entlang eines Flusses, welcher zwei mal über Steinpfade – wie man sie sonst nur aus Filmen oder Videospielen kennt – überquert werden musste. Es war ein sehr abwechslungsreicher Weg und wir haben uns in diesem Park alle sehr wohl gefühlt. Am Ende erwartete uns leider kein Damm. Vielleicht war an dieser Stelle mal ein kleiner Selbstgebauter Staudamm, aber mehr wird es wohl nicht gewesen sein. Nichts desto trotz haben wir die Zeit am Fluss natürlich ausgiebig genutzt, die Kinder und schlussendlich auch Christian sind mit den Füßen durchs Wasser gewatet und haben auch ein wenig am Staudamm gearbeitet. Bei Christian ist das barfuß laufen nicht ganz freiwillig geschehen, er ist tatsächlich voll ins Wasser getreten, als er für Linus einen Stein auf den Staudamm werfen wollte. Nachdem es dann doch irgendwann kalte Füße gab und wir alle mächtig Hunger hatten, beschlossen wir den Rückweg anzutreten und auf der wunderschönen Picknickwiese unser Mittagessen zu verspeisen. Neben dem Fluss spielen die Kinder auch viel Zeit auf dem Kletterbaum. Die Langeweile bringt uns dazu weiterzuziehen, daher steuern wir den Spielplatz im “
Maddingley Park“ an. Ein riesiger Spielplatz, welcher in einer Anwohner-Initiative entstanden ist. Neben einer tollen Burglandschaft gibt es jede Menge Klettermöglichkeiten, Schaukeln, Wippen und einfach alles, was das Kinderherz begehrt. Außerdem sehen wir hier zum ersten mal eine Schaukel für Kinder, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind. Phantastisch. Sie fahren einfach mit ihrem Rollstuhl rein, werden angeschnallt und dann elektronisch angeschaukelt. Was für eine herzerwärmende Sache, wir sind begeistert!

Abschied

Nun ist der 18. August gekommen. Zeit Abschied von den lieb gewonnenen Ferienhunden Zara und Hymie zu nehmen. Wir haben beide sehr ins Herz geschlossen und so gehen wir mit einem weinenden, aber natürlich auch voller Vorfreude mit einem lachenden Auge. Um 4.30 Uhr klingelt der Wecker und um 6 Uhr sind alle Betten frisch bezogen, die Hunde versorgt, alles im Auto verstaut und wir machen uns auf den Weg zum Flughafen. Nächster Stopp Sydney.

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