Reiseberichte

Kuala Lumpur

Wir sind kleine Schisser und so verlassen wir Thailand nach 29 Tagen. 30 Tage dürften wir bleiben, aber man weiß ja nie, ob mit der Ausreise auch wirklich alles klappt. Und Sicher ist Sicher. Auf Ärger wegen einem abgelaufenen Visa haben wir wahrlich keine Lust. Schließlich wollen wir Ende Dezember wieder kommen ;-). [04.07.18 – 09.07.18]

Flug von Phuket nach Kuala Lumpur

Am 4. Juli verlassen wir nun also früh morgens unsere Airbnb Unterkunft und fahren zum Flughafen. Aufgrund dessen, dass ich noch nicht wieder ohne Krücken laufen darf, setzt Christian mich und die Kinder am Terminal ab, platziert uns mit sämtlichem Gepäck sicher im Flughafengebäude und bringt dann erstmal den Mietwagen zurück. Da die Strecken mit Krücken doch weiter sind als sie aussehen, beschließen wir, dass Christian mit den beiden Großen unser Gepäck aufgibt, während ich mit Silas an unserem gemütlichen Platz warte. Eingecheckt hatten wir schon am Vorabend, also mussten wir ja nur noch unser Gepäck abgeben. So dachten wir zumindest. Wenige Minuten später steht Christian allerdings wieder vor mir mit der Aussage „Die Frau am Schalter will uns alle sehen …“. Also muss ich doch auf Krücken einmal durchs ganze Flughafengebäude laufen. Man hat ja sonst nichts zu tun. Am Schalter angekommen dürfen dann auch Silas und meine Wenigkeit der Dame am Schalter einmal freundlich zuwinken. Dann war Sie bereit uns unsere Boardkarten auszuhändigen und unsere Koffer entgegen zu nehmen. Als die Leute sehen, dass ich auf Krücken unterwegs bin und wir ein kleines Baby dabei haben, sind sie aber alle super hilfsbereit. Uns werden sofort die Koffer aufs Band gestellt, Platz gemacht und ich werde mehrfach gefragt, ob ich einen Rollstuhl haben möchte. Nein, will ich natürlich nicht. Frau Stolz reist doch immer noch mit uns. Nach den Sicherheitskontrollen haben wir noch ein wenig Zeit und so beobachten Navina und ich die startenden und landenden Flugzeuge. Wir stehen direkt bei uns am Gate, als mich eine nette Stewardess anspricht, ob die Damen vom Check-In mir denn schon einen Rollstuhl in Kuala Lumpur organisiert hätten. Nein, sollten Sie ja nicht, ich war immer noch der Überzeugung ich kann das alles laufen. Sie ist aber so überzeugend, dass ich mich dazu überreden lasse in Kuala Lumpur am Gate von einem Rollstuhl erwartet zu werden. Und sie sorgt auch noch dafür, dass wir als erstes ins Flugzeug einsteigen dürfen, damit ich mit meinen Krücken ganz gemütlich meinen Sitzplatz aufsuchen kann. Toller Service und gut mitgedacht, denn die Flugzeuggänge sind so eng, dass man die Krücken nur semi gut benutzen kann. In Kuala Lumpur angekommen wartet jetzt am Gate also wirklich, direkt hinter der Flugzeugtür, ein Rollstuhl inklusive Fahrer auf mich. Wie dekadent, einen Chauffeur hatte ich auch noch nicht *lol*. Nach ziemlich vielen Abzweigungen, Aufzugfahrt und noch mehr Wegstrecke weiß ich, warum die Damen in Phuket so penetrant waren und mir unbedingt einen Rollstuhl in Kuala Lumpur organisieren wollten. Ich bin ihnen rückblickend sehr dankbar, diese Strecke hätte ich mit meinen Krücken nur mit sehr vielen Pausen zurück legen können.

Die Unterkunft

Nachdem wir unsere Koffer und eine Malaysische SIM Karte im Smartphone haben, nehmen wir ein Grab zur unserer Unterkunft. Die Fahrt dauert eine knappe Stunde, da der Flughafen weit außerhalb liegt. Aber es klappt alles sehr gut. Wir haben einen tollen Fahrer und so erreichen wir im Nachmittag unsere Unterkunft. Dort kommt leider für uns Erwachsene die Ernüchterung. Was den Bildern auf Airbnb natürlich nicht zu entnehmen war, ist die Tatsache, dass sich direkt vor unseren Fenstern eine riesige Baustelle befindet. Beziehungsweise rückwirkend betrachtet sieht man die Baustelle auf den Fotos, da wir aber nicht wussten, dass sich unsere Unterkunft ’nur‘ in der 2 von 37 Etagen befindet und die Baustelle 24 Stunden betrieben wird, haben wir das vorab nicht als wichtig erachtet. Wir Erwachsenen sind und bleiben wenig begeistert davon, die Baustelle ist nämlich rund um die Uhr einfach nur laut und störend. Die Kinder hingegen finden es total spannend und finden die Baustelle eigentlich das Beste an Kuala Lumpur. Vor allem bei Nacht :-). Linus findet es besonders faszinierend, dass der große Bagger die Erde, welche er zuvor in den LKW geladen hat, mit der Schaufel so stark festklopft, dass der ganze LKW richtig durchgeschüttelt wird. Und wir reden hier nicht von einem kleinen 7,5t LKW, sondern von einem richtigen LKW ;-).

Petronas Twin Towers und KLCC

Christian entdeckt zufällig, dass sich gerade eine andere Reisefamilie ebenfalls in Kuala Lumpur befindet. Spontan schickt er den Tropical-Freaks (so nennt sich die Reisefamilie) eine Nachricht und sie vereinbaren ein Treffen für den nächsten Tag. Da wir recherchieren konnten, dass man im KLCC (Shopping Mall an den Petronas Twin Towers) kostenfrei Rollstühle ausleihen kann, ist die Mall unser Anlaufpunkt für diesen Tag. Gesagt getan, wir leihen mir also einen Rollstuhl aus, damit ich die ganzen Strecken nicht laufen muss. Ganz ehrlich, ich finde es furchtbar. Wir werden von allen Leuten regelrecht begafft und die Perspektive gefällt mir auch nicht wirklich. Jetzt weiß ich, warum sich gerade Navina in solchen Einrichtungen nicht wohl fühlt. Ich kann im Normalfall ja über viele Menschen einfach hinweg schauen, aber sie wird aufgrund ihrer Größe von diesen Menschenmassen regelrecht erdrückt. Dieser Perspektivenwechsel hat mir gezeigt, warum sie in solchen Situationen oft gereizt und nah am Wasser gebaut ist. Wieder etwas dazu gelernt. Jedenfalls verlassen wir die Mall recht zügig und gehen in den angrenzenden Park. Hier gibt es neben einem tollen Kinderspielplatz auch einen öffentlichen Kinderpool und für die Eltern den freien Blick auf die Petronas Twin Towers. Kurz nach unserer Ankunft gesellt sich auch die andere Reisefamilie zu uns. Da wir nicht wussten, dass sich in dem Park ein öffentlicher Kinderpool befindet, sind wir natürlich nicht vorbereitet. Da die Kinder aber – wen wundert es – unbedingt mit ihren neuen Freunden in den Pool wollen, gehen sie kurzerhand in Unterwäsche baden. Ein Wunder, dass wir dafür nicht von den Parkwächtern angepfiffen werden. Diese lieben nämlich ihre Trillerpfeifen und sobald jemand etwas nicht Erlaubtes tut (Sitzen auf einem Geländer, als Erwachsener den Kinderpool betreten, sich auf den Rasen legen, etc.) wird er angepfiffen. Wenn ich so darüber nachdenke, kann man daraus auch ein lustiges Spiel machen. Wer schafft es die meisten Pfiffe zu kassieren … :-). An dieser Stelle jedenfalls ein herzliches Dankeschön an die Tropical-Freaks für diesen schönen Nachmittag. Wir freuen uns darauf euch auf Koh Phangan wieder zusehen.

Die restlichen Tage bewegen wir uns mehr oder weniger nur von der Wohnung zum Pool. Ausnahmen bestätigen die Regel und da wir immer noch nicht ohne Nahrung auskommen, gehen wir doch einkaufen und gönnen uns ein Essen bei Simple Life im Einkaufszentrum Lot 10 (das heißt wirklich so!). Aufgrund meiner eingeschränkten Reichweite, ist leider tatsächlich nicht mehr drin. Wir werden also Kuala Lumpur auf jeden Fall noch mal bereisen, wenn ich nicht mehr auf Krücken laufen muss. An Ausflüge ist so nämlich wirklich nicht zu denken, die knapp 400m vom Simple Life zum nächstgelegenen Supermarkt erweisen sich bei 35° – während der tropischen Regenzeit – als wahrer Marathon. Der heiße Stützstrumpf trägt da auch nicht gerade zur Abkühlung bei. Zurück zum Thema, die Batu Caves seien an dieser Stelle nur beispielhaft als Ausflugsziel genannt, stellvertretend für die noch ausstehenden Ausflüge sozusagen. Abschließend lässt sich sagen: Kuala Lumpur wir kommen wieder.

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