Reiseberichte

Phuket

Ein holpriger Start und ein dickes Ende. So lässt sich unsere Zeit auf Phuket zusammenfassen [19.06.18 – 04.07.18]

Tschüss Hua Hin

Wiederkommen würden wir – wie im letzten Bericht bereits erwähnt – nicht, daher sagen wir Tschüss und nicht auf Wiedersehen. Wir haben uns als nächste Destination für Phuket entschieden. Das hat den einfachen Grund, dass wir von dort aus gut weiter kommen. Außerdem wollen wir einfach mal Sonne und Strand genießen. Und so trotzen wir allen negativen Stimmen über Phuket und wollen für 15 Tage dort hin fliegen. In Hua Hin gibt es zwar auch einen Flughafen, aber dieser war lange geschlossen und wurde gerade erst wieder eröffnet. Aus diesem Grund wird der Flughafen noch nicht wirklich angeflogen. Die Zugzeiten passten nicht, daher sind wir die Strecke Hua Hin – Bangkok diesmal nicht mit dem Zug gefahren, sondern haben uns für den Bus entschieden. Es gibt eine direkte Busverbindung zwischen den Flughäfen Hua Hin und Bangkok. Der Bus ist sehr komfortabel und im Endeffekt nicht teurer als der Zug, da wir wenn wir mit dem Zug gefahren wären noch mit dem Taxi vom Bahnhof zum Flughafen hätten fahren müssen.

Der Flug mit Thai Airways beginnt damit, dass wir auch auf Nachfrage ob wir nicht weiter vorne sitzen könnten, in Reihe 32 landen. Mit langen Gesichtern begeben wir uns zum Security Check und schlussendlich in den Flieger. Und hier haben wir wieder eine Lektion gelernt: Es ist alles gut, so wie es ist. Und man sollte sich von solchen Dingen nicht runterziehen lassen. Die Maschine ist kein kleiner Kurzstreckenflieger, sondern eine große Boing. Reihe 32 ist hier die ERSTE REIHE der Economy Class!!! Vor den Triebwerken, mit viel Beinfreiheit. Unglaublich aber wahr, es gibt das Entertainmentprogramm in Deutscher Sprache. Großes Kind im Glück :-).

Holpriger Start

Im Dunkeln erreichen wir endlich unser Ziel. Nachdem die Koffer ziemlich lange brauchen um ihre Runde auf dem Kofferband zu drehen, kommen wir dann doch recht schnell ins Taxi um zu unserer Airbnb Unterkunft zu gelangen. Leider ist die angegebene Adresse falsch und so muss der Fahrer drei mal mit der Vermieterin telefonieren, bevor wir dann endlich ankommen.

Die Unterkunft erweist sich leider am nächsten Morgen als nicht besonders sauber. Auch nach erneutem Putzen sind nicht alle Flecken, Unreinheiten und vor allem der Schimmel weg. Die Vermieterin lässt sich auch nicht auf einen Preisnachlass ein. Dann hätten wir einfach kurzerhand selber den Putzlappen geschwungen und über den Schimmel hinweg gesehen. Sie sagt aber direkt, dass wir die Unterkunft gerne stornieren könnten. Gesagt getan, nach einigem hin und her haben wir dann die Unterkunft storniert. Parallel dazu haben wir natürlich direkt eine neue Unterkunft gesucht. Ohne ein anderes Dach über dem Kopf zu haben, wollten wir doch nicht gehen. Wir finden zwei passende Unterkünfte und nach einiger Überlegung entscheiden wie eine davon nach vorheriger Besichtigung zu buchen. Die andere Unterkunft ist mangels Pool im Familienrat durchgefallen. Als wir dann bereits im Taxi sitzen und schon mindestens 2/3 der Strecke zur Unterkunft gefahren sind, fällt Christian auf, dass er die ganze Zeit mit der falschen Unterkunft kommuniziert hat. Nach einigen Minuten der Panik schreibt er dann noch die richtige Unterkunft an. Leider können wir diese Unterkunft erst in zwei Tagen beziehen. Daher buchen wir uns kurzerhand noch für zwei Nächte in einem Hotel ein. Christian ärgert sich sehr über seinen Fehler, dazu meint Linus nur: „Ist doch nicht schlimm Papa. Jeder macht mal Fehler.“ Wo er Recht hat, hat er Recht!

Die zwei Tage im Hotel genießen wir sehr. Wir gehen im Meer baden und verbringen viel Zeit im Hotelpool. Ganz nebenher lernt Navina schwimmen. Am zweiten Tag im Hotel gehen Linus und Navina alleine in den Pool und wir beobachten das Treiben vom Rand aus. Während wir Großen uns unterhalten bekommen wir plötzlich einen Schock, Navina hat Ihre Poolnudel auf Seite gelegt und ist so im Pool unterwegs. Nach einem kurzen Anflug der Panik merken wir, dass Sie tatsächlich schwimmt. Es war einfach für Sie der richtige Zeitpunkt. Sie hat es sich zugetraut und ist einfach los geschwommen. Das ist so schön mit anzusehen, sie ist mächtig stolz auf sich und wir sind mindestens genauso stolz auf sie. Gar nicht weil sie jetzt schwimmen kann, sondern weil Sie es sich zugetraut hat und es einfach probiert hat. Dazu gehört viel Mut und noch mehr Vertrauen. Ein großartiges Gefühl!

Reisealltag

Nach einigen Überlegungen beschließen wir uns einen Mietwagen zu nehmen. Eigentlich hatten wir uns fest vorgenommen Roller zu mieten, aber der Verkehr auf Phuket ist einfach zu krass. Da fühlen wir uns einfach nicht wohl bei dem Gedanken zwischen all den Autos und Rollern selber mit dem Roller unterwegs zu sein. Leider müssen wir für die Anmietung des Wagens noch einmal zurück zum Flughafen, was eine Stunde Hinfahrt und eine Stunde Rückfahrt bedeutet. Aufmerksame Leser wissen was dies für Silas und damit für uns alle bedeutet. In Summe hat es gut geklappt, aber nochmal müssen wir das auch nicht haben ;-).

Außer Sonne, Meer, Pool und Essen zu genießen unternehmen wir zwei größere Ausflüge. Der wohl spektakulärste Ausflug ist ein Tagesausflug zum Green Elephant Sanctuary Park. Hier wird misshandelten Elefanten ein neues Leben gegeben, fern von Ketten, Schlägen und reitlustigen Touristen. Wir können die Elefanten hier berühren, füttern und auf eine sanfte Art kennenlernen. Zuerst füttern wir die Elefanten ausgiebig mit Bananen. Anschließend folgt das Schlammbad mit den sanften Riesen. Wir dürfen die Tiere mit Schlamm einschmieren und selbiges machen sie auch selber. Wahlweise schleudern sie den Matsch auch mit dem Rüssel durch die Gegend. Dies sorgt für viel Spaß :-). Anschließend dürfen alle die möchten mit den Elefanten baden gehen und sie mit Eimern voller Wasser abspritzen. Da nun Mensch und Tier dreckig sind, folgt, als krönender Abschluss, eine gemeinsame Säuberung unter der XXL Dusche. Nach anfänglicher Scheu ist nun auch Navina voll und ganz in den Bann der Elefanten gezogen worden. Wir sind alle absolut geflasht von diesen bezaubernden, feinfühligen Tieren. Schade, dass immer noch nur sehr wenige Menschen wissen, dass das Elefantenreiten selbst absolut Gesundheitsschädlich für die sanften Riesen ist, und zusätzlich auch noch mit vielen Schlägen und noch mehr Leid verbunden ist. Wer einmal auf Phuket ist sollte auf jeden Fall auf das Elefantenreiten verzichten und stattdessen lieber den Green Elephant Sanctuary Park besuchen: https://www.green-elephantsanctuarypark.com. Ein weiteres schönes Ausflugsziel ist der Big Buddha. Die imposante Marmorstatue ist 45 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 25 Meter am Sockel. Für uns das größere Highlight sind aber dennoch die freilebenden Affen, welche sich um die Statue tummeln. Wir gehören auf jeden Fall zu der Fraktion ‚Naturliebhaber‘ und nicht zu der Fraktion ‚Bucketlist‘-Abhaker.

Der WTF Moment

Leider ist das Meer sehr unruhig und so können wir nicht mehr wirklich im Meer schwimmen gehen. Nichts desto trotz verspüren die Kinder den Wunsch ans Meer zu fahren und ein wenig in den Wellen zu spielen. Daher fahren wir doch noch mal runter zum Meer. Obwohl das Baden im Meer verboten ist und die Lifeguards alle Leute, die wirklich im Meer Baden gehen, direkt zurück pfeifen hat Linus großen Spaß daran vorne an in den Wellen zu spielen. Wir merken alle wie stark der Sog der Wellen selbst direkt vorne am Strand ist. Daher passen wir gut auf die Kinder auf und gehen auch nicht weiter rein. Auch wenn der Reiz des Wellenreitens groß ist bleiben wir vorne an am Strand. Navina ist im Endeffekt doch nicht sonderlich begeistert von den starken Wellen und möchte daher direkt wieder zurück zur Unterkunft. Weil wir aber gerade erst angekommen sind, überredet Maureen Sie dazu, gemeinsam vorne an mit den Füßen in die Wellen zu hüpfen. So wie wir es an Regentagen in Deutschland mit den Pfützen gemacht haben. Also Anlauf nehmen und sobald die Welle kommt ‚rein‘ hüpfen. Anfangs machen sie das Ganze Hand in Hand. Doch die Wellen sind abgeflacht und so geht Maureen irgendwann 2 Schritte vor Navina und sie springen weiter in die Wellen. Ganz plötzlich baut sich dann aber eine sehr große, starke Welle vor Ihnen auf. Da wir den starken Sog und die Kraft der Wellen zuvor vorne an am Strand schon zu spüren bekommen haben, bekommt Maureen Panik. Sie hat Angst, dass Navina von der Welle nicht nur unter Wasser gezogen wird, sondern auch aufs offene Meer rausgezogen wird. Genau davor wurde überall am Strand gewarnt. Da Maureen aber nun – wie bereits erwähnt – ein wenig von Navina entfernt ist, muss Sie der Welle den Rücken kehren, um Navina schnappen zu können. Als die Welle Maureen gerade erfasst, bekommt Sie Navina zum Glück zu packen. Beide verlieren den Halt und sie werden unter Wasser gezogen und gut durchgerüttelt. Maureen bleibt mit dem linken Fuß im Sand hängen und die Wucht der Welle verdreht ihr dadurch das linke Bein komplett. Trotz starkem Wellenlärm hört sie es laut knacken. Zurück am Strand hat Maureen starke Schmerzen im Knie und kann erstmal nicht aufstehen. Navina ist im Großen und Ganzen zum Glück mit dem Schrecken davon gekommen. Nach einigen Minuten fühlt Maureen sich in der Lage aufzustehen und nach weiteren ca. 10 Minuten glaubt sie ebenfalls mit dem Schrecken davon gekommen zu sein. Also verharren wir erstmal noch am Strand. Jedoch beschließen wir dann doch recht bald den Strand zu verlassen. In der Unterkunft schwillt Maureens Knie dann doch an und die Schmerzen werden stärker. Daher beschließen wir einen Arzt aufzusuchen. Dieser röntgt das Knie und punktiert dieses. Hierbei erkennt er schnell, dass das Knie stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Daher steht am nächsten Tag ein Termin im MRT an. Im Endeffekt hat es das vordere Kreuzbein dahin gerafft und Knochen und Knorpel haben auch einiges abbekommen. Daher muss sie nun 14 Tage auf Krücken laufen und das Knie konsequent entlasten. Damit gibt es für Maureen die letzten 5 Tage in Phuket keinen Strandbesuch mehr.

Christian, Linus und Navina genießen am vorletzten Tag auf Phuket noch einmal ausgiebig das Meer, denn unsere nächste Destination ist nicht am Meer gelegen. Außerdem gehen wir noch mehrmals in unserem Lieblingsrestaurant essen. Hier essen auch die Einheimischen und sowohl der Fried Rice, als auch das Pad Thai schmecken grandios. Wer auf Phuket ist, sollte daher unbedingt ‚The Pad Thai Shop‘ in Karon besuchen. Es gleicht eher einem Garagenrestaurant, aber das Essen ist absolut spitze! Und dazu noch mit 50 Baht pro Portion sehr günstig.

Unser Fazit zu Phuket

Kann man machen, muss man aber nicht. In unseren Augen gibt es weitaus schönere Orte auf dieser Welt. Wer es sehr touristisch und voll mag, der darf gerne nach Phuket fliegen. Wir suchen beim nächsten Thailandbesuch dann doch einen Ort, wo mehr Natur und weniger Massentourismus ist.

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