Reiseberichte

Regen, Regen, Regen

Willkommen zu einer weiteren Woche (29.04.18 – 06.05.18) mit den Plätzingers on Tour auf Sardinien. Die Woche wurde bestimmt vom Wetter, das war nämlich größtenteils bescheiden. Und das ist noch milde formuliert.

Den Sonntag beginnen wir mit dem „Bäckerfrühstück“. Das war schon in unserem festen Zuhause ein Ritual, dass es Sonntags frische Brötchen gibt und wir alle gemeinsam gemütlich frühstücken. Diesem Ritual bleiben wir auch in unserem mobilen Zuhause treu, auch wenn es diesmal „nur“ aufgebackene TK-Brötchen gibt. Nachdem wir am Samstag nach der Ankunft nur einen kurzen Erkundungsspaziergang an den Strand gemacht hatten, wollen wir das schöne Wetter ausnutzen und verbringen den Vormittag am Strand. Christian und die Kids gehen sogar ins Wasser. Das Wasser ist zwar noch recht kühl, aber für eine kleine Runde Badespaß reicht es. Am Nachmittag wagen wir uns auch nochmal an den Strand, aber wie so oft unserer bisherigen Tour, hat der Wind über Mittag merklich aufgefrischt. Das führt dazu, dass den Kids nach einer erneuten Schwimmeinheit zu kalt ist und so wird es nur ein kurzer Strandausflug. Stattdessen ziehen wir uns alle etwas wärmer an und spazieren eine große Runde um den Stagno und hoffen den zahlreichen Flamingos etwas näher zu kommen. Leider sind die Flamingos wirklich genau in der Mitte des Stagno, daher sehen wir Sie zwar, aber nah dran kommen wir trotzdem nicht.

Die Strände hier bei Chia sind wirklich ein Traum. Wir erwähnten es schon kurz im letzten Bericht, aber es muss einfach nochmal gesagt werden. Die Strände haben hellen und sehr feinen Sand, das Wasser ist kristallklar. Weiterhin finden sich in diesem Teil auch keinerlei Algen. An vielen anderen Stränden sind Algen nämlich derzeit weit verbreitet. So stark, dass man teilweise gar keinen Sand mehr sieht. Wenn ihr also mal auf Sardinien seid, dann solltet ihr die Chia Strände nicht auslassen. Der Wohnmobilstellplatz trumpft mit seiner Lage. Man kann vom Platz aus innerhalb weniger Minuten an den Strand gehen. Ansonsten ist die Ausstattung recht einfach. Die Duschen sind Open-Air Duschen, die Kabinen oben und unten offen. Das hält Christian aber nicht davon ab am Montag Abend doch noch die Duschen auszuprobieren. Er meint das muss sein, weil wir ja schließlich „Abenteuer“ in unserem Namen haben. Fazit: So schnell hat er noch nie geduscht :D. Wie bereits erwähnt hatte der Wind bereits Mittags aufgefrischt und so war das Duschen trotz warmen Wasser eine kühle Angelegenheit. Die Toiletten sind uns dann aber doch zu abenteuerlich und so wird ausschließlich die Toilette im Wohmobil genutzt.

Den Montag wollen wir auch nochmal für einen Strandtag nutzen, weil das Wetter am Dienstag deutlich schlechter werden soll. Zwar scheint heute noch die Sonne, aber bereits am Vormittag weht ein kräftiger Wind und so wird es eher ein Strandausflug alla Nordseeküste. Wir beschließen daher am Nachmittag bereits weiter zu fahren. Vorher leeren oder füllen wir aber noch sämtliche Tanks vom Wohnmobil. Die nächsten Tage wollen wir freistehen. Der auserkorene Parkplatz an einem ganz kleinen Hafen ist nur km entfernt. Aber die Kombination aus Straßenzustand, Anzahl der Kurven und einem großen Wohnmobil führt oft zu deutlich längeren Fahrzeiten als mit dem PKW. Christian lässt das Navi verschiedene Routen berechnen und entscheidet sich dann für die Route mit den wenigsten Kurven. Leider führt die Route über einen Berg. Das bedeutet einmal Serpentinen hoch und wieder runter. Der Fahrer gibt sein Bestes, aber gerade auf solchen Strecken führt der hohe Aufbau zu viel Schaukelei. Als wir unten sind, müssen wir anhalten. Silas und Maureen brauchen dringend eine Pause. Es hätte nicht viel gefehlt und Maureen hätte eine Schüssel gebraucht ;-). Der Rest der Fahrt verläuft dann besser und wir erreichen den Parkplatz. Leider beginnt mit unserer Ankunft auch der Regen und so fällt die Erkundung der Umgebung aus. Nur Linus wagt einen kurzen Ausflug an den Strand.

Für Dienstag und Mittwoch ist Dauerregen vorhergesagt. Den Dienstag Vormittag verbringen wir noch an unserem Übernachtungsplatz. Während Linus sich ins Fahrerhaus zurückzieht und Hörspiele hört, liest Christian mit Navina ein Buch zu Ende. Maureen spaziert derweil eine Runde mit Silas damit der Kuschelkeks in den Schlaf findet. Ein paar Gesellschaftsspiele packen wir auch noch aus. Im späten Vormittag fahren wir weiter. Wir sind unsicher ob die Geschäfte geöffnet haben, weil der 1. Mai auch in Italien ein Feiertag ist. Einen Versuch ist es Wert und so fahren wir nach Carbonia. Und siehe da, viele Geschäfte sind zumindest bis 13 Uhr geöffnet. So kaufen wir nochmal ein paar Vorräte ein. Anschließend besuchen wir noch einen Waschsalon. Silas hat sich in den letzten Tagen viel Mühe gegeben und es immer wieder geschafft die Lücken in der Pampers zu finden. Der Wäscheberg ist einfach zu groß für die Handwäsche. Danach fahren wir noch ein paar Kilometer zu einem Platz am Meer. Der Platz ist großartig, wenn es nur nicht in Strömen regnen würde. Der letzte kleine Ort war vor ein paar Kilometern und die Straße endet hier, zwischen Straße und Meer stehen ein paar Pinienbäume und im Wasser schaukeln kleine Boote der Einheimischen. Auf der anderen Seite ist nur grüne Natur in Form von Büschen, Wiesen und Bäumen. Kleinere Wohnmobile oder Vans können sogar zwischen den Pinienbäumen parken. Bei besserem Wetter ein echter Geheimtipp. Viel Natur und absolute Ruhe.

Der Mittwoch beginnt wie der Dienstag geendet hat. Nämlich mit Dauerregen. Für die Natur ist das super, für Wohnmobilfahrer weniger. Auch wenn unser Anton schon zu den größeren Kalibern zählt ist der Platz für 5 Personen doch begrenzt und es ist nicht einfach alle bei Laune zu halten. Wir könnten hier zwar noch 1-2 Tage stehen und auf besseres Wetter warten, aber da es in der Nähe keine Ver- und Entsorgungsmöglichkeit für Wasser und WC gibt macht das nicht wirklich Sinn. Also beschließen wir weiter an der Westküste Richtung Norden zu fahren. Wir parken schließlich auf einem Parkplatz am Strand unterhalb von Oristano. Hier ist zu dieser Jahreszeit, und bei dem Wetter erst Recht, völlig tote Hose. Die Strandbars machen einen ziemlich verwahrlosten Eindruck und wir können uns gar nicht vorstellen, dass hier in 2-3 Monaten Hochbetrieb herrscht. Vor dem Abend parken wir nochmal um, weil der Wind das Wohnmobil ziemlich zum schaukeln bringt. Eine der Strandbars dient uns jetzt als willkommener Windschutz. Was für ein mieses Wetter :-(. Im Internet recherchieren wir nach einem Indoorspielplatz, einem netten Schwimmbad oder einer anderen Möglichkeit dem Wetter zu entkommen. Aber das ist leider nicht von Erfolg gekrönt.

Daher beschließen wir auch am Donnerstag wieder ein Stück weiter Richtung Norden zu fahren. Als Ziel wählen wir einen Stellplatz in einem kleinen Ort etwas im Landesinneren. Der Stellplatz soll wunderschön an einem Fluss und einer alten Römertherme liegen. Außerdem soll es dort wohl die Möglichkeit geben die immer noch aktive Thermalquelle zu erleben. Kurz vor dem Ziel müssen wir warten, weil der Müllwagen ein wenig den Weg versperrt. Zur Überraschung von Christian spricht ihn der Fahrer in astreinem Hochdeutsch an. Er warnt uns vor, dass der Fluss auf Grund der starken Regenfälle über die Ufer getreten sei und für ziemlich viel Verwüstung gesorgt habe. Der Stellplatz sei daher wohl eher nicht nutzbar. Dieser Eindruck bestätigt sich dann leider. Der eigentliche Stellplatz ist sogar derzeit eine reine Baustelle und wird neu angelegt. Alle anderen Einrichtungen waren die letzen Tage überschwemmt. So bleibt es bei einem Spaziergang und wir müssen umplanen. Eigentlich hatten wir uns vorgenommen nach Möglichkeit nicht mehr als ca. 30 Minuten pro Tag zu fahren, weil mehr mit Silas einfach nicht drin ist. Da wir aber dringend Entsorgen müssen haben wir heute keine Wahl und müssen nochmal weiter. Leider sind in dieser Gegend die Stellplätze rar gesäht und so müssen wir eine weitere Stunde Fahrt hinbekommen. Schlussendlich landen wir auf einem kostenfreien Stellplatz in Semestene, einem winzigen Dorf (156 Einwohner laut Wikipedia). Die Gemeinde stellt auf dem Stellplatz kostenlos Stromanschlüsse, Trinkwasser und eine Möglichkeit zur Entleerung der WC-Kassette bereit. Sehr genial! Leider gibt es keine Möglichkeit das Abwasser zu entsorgen. Wer bitte denkt sich so etwas aus? Aber wir wollen uns nicht beklagen. Der Stellplatz ist super ruhig und bietet einen tollen Ausblick auf die Erhebungen und Täler der Umgebung. Die Landschaft ist hier deutlich „grüner“ als in anderen Teilen Sardiniens. Überall sieht oder hört man kleine Schafherden weiden. Direkt am Stellplatz ist auch ein kleiner Park mit Nachbauten historischer Häuser und Hütten. Nur das Wetter lässt immer noch zu wünschen übrig. Die wenigen Regenpausen nutzen wir zu Spaziergängen. In Summe bleiben wir hier für zwei Nächte.

Am Samstag zieht es uns dann weiter. Auf dem Weg in den Norden statten wir in Sassari der einzigen Decathlon Filiale auf Sardinien einen Besuch ab. Wir tragen uns immer noch mit dem Gedanken evtl. ein SUP zu kaufen, weil Linus daran so viel Spaß hat und auch wir es mal ausprobieren wollen. Schlussendlich entscheiden wir uns vor Ort aber dagegen. Wir nutzen die Gelegenheit nochmal Obst und Gemüse einzukaufen und essen die bisher beste Pizza hier. Wieder einmal bestätigt sich, dass es oft gut ist darauf zu vertrauen, wo die Einheimischen essen. Und die Schlange an der Pizzatheke war nicht gerade klein. Von Sassari aus ist es nicht mehr weit bis zur nördlichen Küste von Sardinien. Leider stellt sich der ins Visier gefasste Stellplatz als Reinfall heraus. Erstens ist die Zufahrt gesperrt und zweitens wäre sie mit Anton eh nicht fahrbar gewesen. Das passiert leider immer wieder, weil viele der Stellplätze in den gängigen Apps von anderen Benutzers erfasst werden und die Informationen daher nicht immer vollständig sind. Wir müssen also mal wieder ein paar mehr Kilometer als geplant fahren und landen schließlich auf einem kleinen Parkplatz direkt am Strand. Die Kinder springen in ihre neuen Neoprenanzüge (wir sind nämlich nicht mir leeren Händen aus dem Decathlon raus) und wollen an den Strand. Der ist leider sehr trostlos, man möchte fast sagen hässlich. Definitiv der bisher schlechteste Strand. Zudem weht ein kräftiger Wind und die Brandung ist entsprechend stark. So bleibt es nur bei Trockenübungen. Stattdessen erkunden wir die Dünen und den angrenzenden Kiefernwald. Dabei entdecken wir eine verfallene Bar/Restaurant und die Kinder sind begeistert von diesem Lost-Place.

Beginnend mit diesem Reisebericht werden wir immer von Montag bis Sonntag berichten, daher hier auch noch der Bericht von Sonntag. Erfreulicherweise haben so gut wie alle Supermärkte hier auch am Sonntag geöffnet. Das nutzen wir und kaufen auf dem Weg zum Tagesziel frisches Brot für das Frühstück. Unser Ziel ist der Hafen von Castelsardo. Hier gibt es ausreichend Parkplätze und in der Nebensaison kann man hier problemlos mit einem Wohnmobil parken. Trotz Sonntag herrscht hier Betriebsamkeit. Taucher sind den ganzen Tag damit beschäftigt Müll vom Grund des Hafenbeckens zu bergen, die einen restaurieren ein Wohnmobil, viele andere bringen an Land ihre Schiffe wieder auf Vordermann. Der Hafen liegt windgeschützt und da die Sonne endlich wieder scheint genießen wir die Wärme. Im Hafen gibt es auch einen Waschsalon. 16kg Industriewaschmaschine und Trockner sind eine feine Sache. Da kann man einen riesen Berg Wäsche innerhalb von 1,5 Stunden waschen und trocknen. Camperherz was willst Du mehr.

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