Reiseberichte

Schwieriger Start

Willkommen zum ersten Beitrag in der Kategorie Reiseberichte. Wir wollen versuchen im Wochenrhythmus, vielleicht ja sogar auch „pünktlich“ jeden Sonntag, einen kurzen Bericht der vergangenen Woche zu schreiben.

Die erste Woche als Wohnmobil Nomaden war ehrlich gesagt nicht einfach. Das hatte verschiedene Gründe, aber alles der Reihe nach. Einer der Gründe war schlicht und einfach Stress. Obwohl wir dachten, dass wir sehr gut vorgearbeitet hatten, wurde es zum Ende der letzten Woche im Haus doch nochmal arg stressig. Müll wollte entsorgt werden, das Wohnmobil gepackt werden und das Haus in einem ordentlichen Zustand den neuen Besitzern übergeben werden. Wenn man dann noch ein 6 Wochen altes Baby hat, kann halt immer nur einer von uns zu 100% reinklotzen. Entsprechend froh waren wir, als wir am Samstag, den 31.03.2018, gegen 16.30 Uhr das Wohngebiet „Am Niederbusch“ in Langerwehe Schlich verlassen haben. Es war der endgültige Start in einen neuen Lebensabschnitt.

Die Ostertage haben wir dann bei unseren Eltern verbracht. Erst von Samstag auf Sonntag bei Oma & Opa in Alsdorf Bettendorf, dann von Sonntag auf Montag bei der Oma in Alsdorf Hoengen wo wir auch noch 3/4 von Maureens Geschwistern getroffen haben und schlussendlich waren wir am Montag noch beim Opa in Aachen. Auf der einen Seite war es schön sich nochmal zu sehen und zu verabschieden. Auf der anderen Seite war es für die Kinder und auch uns emotional schwierig. Es fühlte sich einfach noch nicht nach Aufbruch und Reise an, weder Fisch noch Fleisch. Hinzu kam, dass wir noch zwei wichtige Todos auf der Liste hatten: Änderung der Adresse in den KFZ Papieren vom Wohnmobil und einen Kinderreisepass für Silas hatten wir auch noch nicht. Nachdem wir in der Vorwoche auf der Webseite vom Straßenverkehrsamt Aachen Wartezeiten von fast 2 Stunden bewundert hatten, haben wir den Plan gefasst am Dienstagmorgen möglichst direkt zur Öffnung da zu sein. Deshalb haben wir im umliegenden Industriegebiet übernachtet. Das machen aber auch viele LKW. Und so ein Kühlaggregat kann ganz schön laut sein. Wir haben zwar geschlafen, aber nicht wirklich gut. Am Dienstag Morgen sind wir dann direkt zum Straßenverkehrsamt gefahren und obwohl wir 5 Minuten vor der Öffnung da waren, war die Schlange schon beträchtlich. Aber es half ja alles nichts, die Änderung der KFZ Papiere musste zwingend erledigt werden. Nach sage und schreibe 2 Stunden waren wir endlich durch und die KFZ Papiere um einen winzigen Aufkleber mit der aktuellen Meldeadresse reicher. Im Anschluss waren wir dann noch beim Fotografen und beim Meldeamt. Irgendwann zwischen 13 und 14 Uhr waren die Todos erledigt und die Stimmung auf dem Tiefpunkt.

Wirklich losgehen konnte es immer noch nicht. Für Freitag stand noch ein Arzttermin auf dem Programm und am Samstag waren wir bzw. genauer gesagt die Kids noch auf einem Kindergeburtstag eingeladen. Nach kurzer Lagebesprechung haben wir beschlossen die 3 Nächte auf einem Campingplatz zu verbringen. Die Wahl viel auf Camping „De Paal“ in der Nähe von Eindhoven. Der lag zwar 1,5 Stunden Fahrt entfernt und auch in der falschen Richtung, aber bot mit einem Schwimmbad und riesigem Sandspielgelände für jede Wetterlage ein passendes Spielangebot. Gesagt getan, ab auf die Autobahn. Leider war die Fahrt kein Selbstläufer. Silas fand die Fahrt blöd und hat ziemlich viel geweint. Das ist für das Kind natürlich nicht wirklich schön, aber auch für die mitfühlenden Mitreisenden sehr schwer. Vor allem hat es uns wirklich kalt erwischt, weil Autofahren bisher eher kein Problem war. Der Campingplatz entsprach dafür voll und ganz den Erwartungen. Es war trotz Osterferien sehr wenig los und wir konnten uns einen schönen Stellplatz aussuchen. Das Angebot an Spielplätzen für die Kids ist sehr, sehr gut. Besondern hervorheben muss man die riesige Dünenlandschaft mit Wasserlauf und diversen Spielgeräten. Aber auch das Schwimmbad ist voll und ganz auf Kinder ausgerichtet und der Eintritt ist im Übernachtungspreis mit inbegriffen. Wir haben die Tage genutzt um endlich mal ein wenig runterzukommen. Außerdem konnten wir noch ein wenig mehr Ordnung im Wohnmobil schaffen. Einige Sachen hatten es zwar mit rein geschafft, hatten aber noch keinen festen bzw. guten Platz. Entsprechend herrschte bis dato ein wenig zu viel Chaos (selbst für meinen Geschmack :D). Da wir noch Kleinigkeiten von Decathlon brauchten, waren wir am Mittwoch so naiv und sind zum Decathlon in Eindhoven gefahren. Was wir natürlich beim Blick auf Google Maps nicht kappiert hatten war, dass der Decathlon in der Innenstadt von Eindhoven lag. Das dämmerte mir dann irgendwann auf der Fahrt, als ich den Anweisungen des Navis folgt und die Schilder immer wieder „Centrum“ auswiesen. Auch auf dieser Fahrt hat Silas bitterlich geweint und so langsam machte sich Panik breit. Schließlich wollen wir recht weit gen Süden, aber das können wir weder dem Kind noch uns zumuten. Es gibt zu diesem Thema viele Tipps, aber schlussendlich ist es halt sehr individuell was da vielleicht helfen könnte. Wenn überhaupt.

Es half aber alles nichts. Da Freitag Mittag noch ein Arzttermin in der alten Heimat anstand, mussten wir Freitag Morgen aufbrechen und wieder 1,5 Stunden Fahrt hoffentlich besser überstehen. Um es kurz zu machen: Es war ein wenig besser, aber das Kind immer noch ziemlich traurig und not amused :-(. Während Maureen den Arzttermin wahrnahm waren die Kinder und ich die Vorräte auffüllen. Ganz ungewohnt, weil zu Fuß. Bisher haben wir in einem Dorf gewohnt und da ist das Auto dann allgegenwärtig. Egal wo man hin muss, ob zum Einkaufen, zur Schule oder zur Arbeit: man fährt mit dem Auto. Ich empfand es als sehr angenehm den Einkauf zu Fuß und damit auch entschleunigt zu tätigten. Die Kinder haben zunächst gemeckert, waren dann aber auf ihren Rollern mit Spaß dabei. Zwei weitere positive Effekte ergeben sich durch den gemeinsamen Einkauf zu Fuß. Erstens wenn man weiß, dass man die Einkäufe auch irgendwie zum Wohnmobil tragen muss, dann kauft man nicht zu viel. Und zweites nehmen die Kinder den Einkauf bewusster war. So ist dann hoffentlich nicht mehr ganz so selbstverständlich, dass immer alles einfach da ist oder das Essen fertig auf dem Tisch steht.

Die Nachmittage am Freitag und Samstag haben wir dann noch genutzt um uns jeweils von guten und engen Freunden zu verabschieden. Samstag wurde es dann sogar ein wenig später als geplant und es stand, welch Überraschung bei einer Reise mit dem Wohnmobil, ein kleine Etappen auf dem Programm. Wir wollten nach Köln, genauer gesagt nach Bergisch Gladbach. Ich muss gestehen, ich hatte sehr viel Respekt vor der Fahrt. Bis auf eine kurze Phase mit Weinen habe ich auf dem Fahrersitz nicht viel mitbekommen, aber das will nichts heißen. Entsprechend erleichtert war ich, als Maureen berichtete, dass es wirklich deutlich besser war. Jetzt gilt es herauszufinden, ob es an der Tageszeit lag oder das einpuken mit einer Decke geholfen hat. Drückt uns die Daumen, dass wir da eine Lösung finden!

Nach einer Woche in Freiheit sind wir also noch nicht so weit gekommen. Das war zwar geplant, hat sich aber, mit Ausnahme der Freunde Besuche am Freitag und Samstag, leider noch nicht so angefühlt wie erhofft. Neue Woche, neues Glück passt ganz gut und mit genau dieser positiven Einstellung werden wir das auch angehen. Wir grüßen vom Wohnmobilstellplatz am Kombibad in Paffrath und wünschen euch einen guten Start in die neue Woche.

Autor

Hi, ich bin Christian. Ehemann der besten Frau der Welt, Papa von drei wundervollen Kindern und derzeit mit der Familie auf der Reise. Außerdem Fahrer, Koch und Nerd ;-)

3 Kommentare Neues Kommentar hinzufügen

  1. Birgit sagt:

    Hallo ihr fünf, danke dass ihr uns an eurem Abenteuer teilhaben lasst. Ich bewundere euren Mut und wünsche euch eine unvergesslich schöne Zeit. Habt ein wenig Geduld mit euch selber. Mit der Entschleunigung geht es nicht von jetzt auf gleich. Euer neues Familienmitglied wird sicher schon bald in eure „Fußstapfen“ treten. Liebe Grüße heute vom Campingplatz an der Maas (Saisoneröffnung)
    Birgit

  2. Susen sagt:

    Hallo Ihr,

    der Bericht ließt sich toll! Ich freue mich auf viele viele Weitere. Euer jüngster Zuwachs ist anscheinend sehr sensibel und hat sicher die Veränderungen um sich mitbekommen. Ich glaube, puken ist eine sehr gute Idee, um Sicherheit zu schaffen. Es braucht seine Zeit, die Umstellung auf das Neue Leben. Ich bewundere Euch für Euren Mut. Vielleicht ist es gut die Erwartungen etwas runterzufahren und zu versuchen ab jetzt die Zügel lockerer zu halten. Niemand treibt Euch. Fangt an die neue Freiheit zu genießen. Ich beneide Euch darum!
    Hoffentlich bis bald wieder!
    Susen

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