Vorbereitung

Wie kommt ihr auf diese Idee?

Das ist gefühlt die häufigste Reaktion und Frage, wenn wir Familie, Freunden oder Bekannten von unseren Plänen einer Open-End Reise erzählen. Wenn man sich selber mit dem Thema schon länger beschäftigt, dann ist es schon fast Normalität und man vergisst selber wie das eigentlich alles angefangen hat. Es war auf jeden Fall ein schleichender Prozess und es gab nicht den einen Auslöser, den einen Moment, das eine Erlebnis an dem es Klick gemacht hat. Vielmehr haben viele Aspekte dazu beigetragen. Von dem Lebensstil an sich haben wir von Maureen’s Schwester Michèle und Ihrem Mann Gerrit erfahren. Sie haben uns um Weihnachten 2015 davon berichtet und somit dazu gebracht unseren Lebensstil zu überdenken. Inzwischen sind die Beiden bereits seit letzten Juni mit ihren 3 Kids  unterwegs.

Neues entdecken

Grundsätzlich sind wir Menschen, die gerne Neues entdecken und erleben. Wir sind gerne und viel draußen in der Natur unterwegs und wollen etwas von der Welt sehen. Es ist uns wichtig, dass auch unsere Kinder möglichst viel von der Welt sehen und lernen, dass die Welt vielfältig ist. Andere Kulturen und Lebensweisen ändern die eigene Sichtweise und fördern Respekt und das Akzeptieren von Anderssein.

Inspiration

Soziale Netzwerke. Für die einen ein Fluch, für die anderen ein Segen und die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Wir sind im Nachhinein sehr dankbar, dass es so viele Familien und digitale Nomaden gibt, die in ihren Blogs, bei Facebook, Twitter, Instagram und auf YouTube einen Einblick in ihren Reisealltag und ihr Familienleben geben. Die darüber berichten auf welche Dinge man achten muss, welche Versicherungen auch längere Reisen abdecken und welche schönen Orte und Länder es so zu entdecken gibt. Die vielen Informationen von Familien, die diese Freiheit bereits leben und die vielen Gespräche mit Michèle und Gerrit haben uns bei unseren Überlegungen sehr geholfen. Anfang 2016 folgten wir der travelfamily (Instagram) und den Horlachers (InstagramYouTubeWebseite). Ich könnte an dieser Stelle jetzt noch mindestens ein Dutzend weitere nennen, aber das würde den Rahmen sprengen. Es hat uns fasziniert zu sehen, dass dauerhaftes bzw. längeres Reisen als Familie möglich ist. Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstbestimmtheit sind keine völlig aussichtslose Utopie. Doch auch wenn ein solcher Lebensstil faszinierend ist, so war es insbesondere für mich schwer, mir das wirklich vorzustellen. Es ist halt schon ein Unterschied ob man das bei anderen sieht oder ob man es dann auch selber macht. Maureen war da deutlich schneller und stärker mit dem Reisevirus infiziert.

Dann kam im Frühsommer 2016 unser erster langer Urlaub. Wir wollten die Zeit vor der Einschulung von Linus nochmal nutzen um erstens länger als die üblichen zwei Wochen und zweitens das vorerst letzte mal außerhalb der Ferien zu reisen. Dazu haben wir uns ein Wohnmobil gemietet und waren damit auf Sardinien. Dort haben wir Die Horlachers persönlich kennengelernt und konnten noch ein wenig intensiver an diesem Lebensstil schnuppern. Dieser Urlaub hat uns auch gezeigt, dass wir zur völligen Entspannung nicht den 14-Tage Cluburlaub brauchen, sondern die Freiheit unseren (Urlaubs-) Alltag so gestalten zu können, wie es für uns am besten passt. Obwohl ich vorher viel recherchiert hatte und versucht hatte einen Plan auszuarbeiten, sind wir sehr schnell auf dieser Reise dazu übergegangen die nächste Station eher spontan festzulegen und dies immer den Gegebenheiten vor Ort anzupassen. Der Weg rückt stärker in den Fokus als das Ziel, gemeinsame Zeit ist wichtiger als das Abhaken von Stationen auf der so viel beschworenen Bucket List.

Wenn nicht jetzt wann dann?

Gibt es den richtigen Zeitpunkt eine solche Reise, eine solche Veränderung zu wagen? Viele Menschen, die von einer Weltreise oder langen, ausgiebigen Reisen träumen, planen dieses Vorhaben für die Zeit der Rente. Wenn die Kinder aus dem Haus sind und man sich aus dem Arbeitsleben verabschiedet hat. Bei einigen klappt das und der Traum erfüllt sich. Aber ich glaube man findet auch genug Beispiele, bei denen es ein Traum bleibt. Vielleicht aus finanziellen Gründen, aber viel öfter, weil die Gesundheit doch nicht so mitspielt wie erhofft oder weil einem dann doch der Mut fehlt, sich auf ein solches Abenteuer einzulassen. Im schlimmsten Fall gibt es einen Schicksalsschlag und man ist gar nicht mehr in der Lage ein solche Reise zu unternehmen.

Warum also warten, wenn man gar nicht weiß, ob sich die Zukunft so entwickelt wie man es heute plant und sich wünscht. Wer weiß schon was in 5, 10 oder 20 Jahren ist. Wir sind bei weitem keine Schwarzmaler oder Leute, die Angst vor der Zukunft haben. Wir wollen aber auch nicht in 20 Jahren feststellen, dass es zu spät ist. Das Leben ist endlich und die Zeit unglaublich kostbar. Wir wissen, dass uns mehr Geld auf dem Konto oder andere materielle Dinge nicht glücklicher machen. Es sind die zusammen erlebten Moment, die schönen Erinnerungen und die gemeinsame Zeit die einem Glück und Zufriedenheit bescheren. Das sind die Dinge, an die man sich auch in 20 oder 30 Jahren noch erinnern wird.

Warum sollten wir das später, wenn denn alles gut geht, alleine erleben und nicht jetzt gemeinsam mit unseren Kindern?

Warmes Klima

Bevor wir über eine Open-End Reise nachgedacht haben, stand immer wieder die Überlegung einer klassischen Auswanderung zur Diskussion. Zum einen weil wir grundsätzlich dem oft nass-kalten Winter in Deutschland entfliehen wollten und zum anderen, weil die winterliche Witterung unserem Sohn Linus (Lungenpatient) immer wieder zusetzt. Den ultimativen Aha-Effekt hatten wir im Winter 2015/2016. Linus musste mal wieder das volle Programm in Form von Inhalation mit Kortison und Salbutamol absolvieren. Es ging ihm wirklich nicht gut. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir eine Reise in die Karibik geplant. Wir waren kurz davor diese abzusagen, da wir uns eine solche Reise mit einem sehr kranken Kind nicht zutrauten. Auf Anraten der Ärzte, Ihm würde die Klimaveränderung sicherlich gut tun, haben wir es dann aber doch gewagt. Das war die wohl beste Entscheidung, die wir treffen konnten. Innerhalb von 24 Stunden konnte er auf jegliche Medikamente verzichten. All seine Beschwerden waren einfach weg! Da lag es für uns auf der Hand, dass die Winter in Deutschland auf Dauer keine gute Option sind. Der aktuelle Winter 2017/2018 mit sehr wenig Sonnenstunden hier im Westen von NRW ist mal wieder ein Grund mehr sich nach Alternativen umzuschauen.

Wir trauen uns

Ich habe es weiter oben schon angedeutet: Maureen war schon immer die Reiselustigere von uns und war deutlich schneller von der Idee einer Open-End/Weltreise infiziert. Bei mir war es dann, wie üblich :D, ein längerer Prozess. Schlussendlich waren wir dann aber beide fest entschlossen und haben es durchgezogen. Was das im Detail bedeutet und wie lange wir für die Vorbereitung gebraucht haben, erzählen wir demnächst in einem eigenen Beitrag.

Hi, ich bin Christian. Ehemann der besten Frau der Welt, Papa von drei wundervollen Kindern und derzeit mit der Familie auf der Reise. Außerdem Fahrer, Koch und Nerd ;-)

4 Kommentare Neues Kommentar hinzufügen

      1. 😂👍 Ich find’s jedenfalls sau-cool, dass ihr euch auch aufgemacht habt und freue mich schon sehr auf unsere Treffen auf Reisen 😍😍😍

  1. Hallo Christian,

    verschiebe nicht auf morgen, was du heute tun kannst 🙂
    Ich wünsche euch viel Spaß mit den neue Entdeckung in dieser tolle Abenteuer!

    Viele Grüße,

    Renato

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